Strände wie die Copacabana, der berühmte Karneval, der Zuckerhut und natürlich die Statue von Cristo Redentor, das sind wohl einige der typischen Bilder, die man zu Rio de Janeiro im Kopf hat. Wir waren deswegen extrem gespannt auf die „cidade maravilhosa“, die wunderbare Stadt, wie Rio auch genannt wird. Insgesamt verbrachten wir mehr als zwei Wochen dort. Das gab uns genügend Zeit, um einige Sehenswürdigkeiten zu besuchen, aber auch ein paar gemütliche Tage am Strand einzulegen.

Spaziergang im Centro

Einer der ersten Ausflüge in Rio führte uns Richtung Zentrum. Dort besichtigten wir ein paar Sehenswürdigkeiten wie die Escadaria Selaron, eine lange, bunte Treppe, das Carioca-Aquädukt, auch Arcos da Lapa genannt, oder das Theatro Municipal. Diese Sehenswürdigkeiten liegen alle nahe beieinander, sodass wir gut zu Fuss unterwegs sein konnten. Ausserdem spazierten wir noch ein bisschen am Boulevard Olímpico entlang, einem Gebiet, das speziell für die Olympischen Spiele 2016 aufgewertet worden war. Dort faszinierten uns vor allem fünf grosse Wandmalereien des Künstlers „Kobra“, welche verschiedene ethnische Minderheiten darstellen.

Das Strandleben von Rio de Janeiro

Kein Besuch in Rio ist komplett, bevor man nicht mindestens einmal an einem der berühmten Strände der Stadt gewesen ist. Zur Auswahl stehen dafür viele, zum Beispiel die Copacabana, sicherlich der bekannteste Strand von allen, wenn auch nicht unbedingt der schönste. Dafür liegt und schwimmt leider zu viel Abfall herum, und es bevölkern ihn für unseren Geschmack viel zu viele Leute. Aber es ist nur schon ein Erlebnis, den anderen Badegästen und den vielen Verkäufern zuzuschauen und die sehr freizügige Bademode der Brasilianer zu bewundern. 😉

Neben der Copacabana haben wir auch die Strände von Ipanema, Leme und Leblon besucht. Sie sind etwas weniger stark frequentiert und die Wasserqualität an diesen Stränden war während unseres Aufenthaltes in Rio einiges besser als an der Copacabana.

Hoch über der Stadt…

… da trohnt er, der Cristo Redentor. Ein Ausflug hinauf zur Christusstatue durfte während unserer Zeit in Rio natürlich nicht fehlen. Ursprünglich wollten wir zur Statue hochlaufen. Doch im Hostel hatten sie uns davon abgeraten, weil unterwegs leider immer wieder Leute ausgeraubt werden. Der Wanderweg führt durch den Wald des Tijuca-Nationalparks und bietet den Räubern viele gute Verstecke. Wir nahmen deswegen ein UBER, das uns bis zur Mittelstation der Zahnradbahn führte. Von dort aus legten wir den Rest des Weges bis hinauf zum Gipfel mit der Zahnradbahn zurück. Natürlich waren wir an diesem Tag nicht die einzigen Touristen, die sich die Christusstatue anschauen wollten. Die Aussicht auf die gesamte Umgebung war aber wirklich toll, sodass wir längere Zeit auf der Plattform verweilten und den anderen Besuchern zuschauten, wie sie zum Teil aus den unmöglichsten Winkeln probierten, Fotos zu knipsen. Einige Tage nach unserem Besuch bei Cristo Redentor erfuhren wir von Freunden, dass eine grössere Gruppe Touristen, darunter auch ein paar Schweizer, tatsächlich ausgeraubt worden waren, als sie sich auf dem Rückweg durch den Wald befunden hatten (siehe Bericht aus 20 Minuten). Deshalb waren wir erst recht froh, dass wir auf die Mitarbeiter des Hostels gehört und ein UBER sowie die Zahnradbahn genommen hatten.

Das Panorama auf die Stadt geniessen

Um Rio herum erhebt sich nicht nur der Corcovado, der Hügel, auf welchem die Christusstatue steht, sondern auch noch einige weitere Gipfel. Auf ein paar davon kann man entweder mit einem Taxi hinauffahren, oder dann sogar hinauflaufen. Belohnt wird man jedes Mal mit einer eindrücklichen Aussicht auf grosse Teile von Rio de Janeiro. Wir besuchten zwei solcher Aussichtspunkte, den Mirante Dona Marta und den Felsen Pedra Bonita, der weiter im Süden von Rio zu finden ist. Von beiden Gipfeln aus hatten wir eine wunderbare Aussicht, da zum Glück auch das Wetter mitspielte.

Sonnenuntergang auf dem Zuckerhut

Eine weitere Sehenswürdigkeit, die wir in Rio de Janeiro natürlich nicht auslassen konnten, ist der Zuckerhut. Er liegt im Stadtteil Urca, nicht allzu weit entfernt von der Copacabana. Auf den Zuckerhut führen zwei Seilbahnen. Wer etwas Geld sparen möchte, kann die erste Strecke bis zur Mittelstation auch laufen und nur ein Ticket für die zweite Seilbahn lösen. Der Park, durch welchen der Weg führt, schliesst allerdings bereits um 19 Uhr. Wer also – wie wir das im Sinn hatten – den Sonnenuntergang auf dem Zuckerhut erleben will, kann anschliessend nicht mehr von der Mittelstation hinunterlaufen, sondern muss für den Rückweg dann auch die Seilbahn nehmen.

Auf dem Zuckerhut bot sich uns ein grossartiger Ausblick auf die Copacabana und die umliegenden Stadtteile. Sogar die Statue von Cristo Redentor entdeckten wir in der Ferne. Obwohl die Tickets für die Seilbahnen eher teuer waren (knapp 30 CHF für alle vier Strecken), fanden wir den Ausflug auf den Pão de Açúcar doch lohnenswert, weil wir von dort oben einen wirklich sehenswerten Sonnenuntergang erlebten und der Blick auf Rio einmalig war.

Silvester an der Copacabana

Einen ganz speziellen Abend, der uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird, verbrachten wir am letzten Tag des Jahres 2018. Wir feierten an diesem Abend Silvester an der Copacabana, zusammen mit rund zwei Millionen anderen Menschen. Das war zum einen zwar ein riesen Erlebnis, zum anderen aber auch fast ein bisschen unheimlich. Denn in dieser unfassbar grossen Menschenmasse fühlten wir uns zwischendurch nicht immer ganz so wohl. Was uns speziell störte, war der Umstand, dass an Silvester jeweils viele Diebesbanden unterwegs sind, vor denen man sich enorm in Acht nehmen muss. Mehrmals wurden wir an diesem Abend angesprochen und gewarnt. Es wurde und sogar davon abgeraten, mit dem Handy Fotos zu machen. Anscheinend reissen die Diebe den Leuten gerne die Handys aus den Händen und rennen dann weg. Sie zu verfolgen, ist in der Menschenmenge ein Ding der Unmöglichkeit. So waren wir den ganzen Abend über eher etwas angespannt, obwohl wir ausser Patrick’s Handy und ein bisschen Bargeld keine Wertsachen mitgenommen hatten. Glücklicherweise wurden wir aber von den Langfingern verschont, worüber wir enorm froh waren.

Um Mitternacht durften wir dann ein etwa 15-minütiges Feuerwerk bestaunen, das sehr schön war. Ausserdem hatten einige hellerleuchtete Kreuzfahrtschiffe vor dem Strand angelegt, was ein tolles Bild abgab, wenn man aufs Meer hinausschaute. Im Gegensatz zum Silvester 2017, den wir auf einem Campingplatz irgendwo in Südwestaustralien verbracht hatten, war 2018 eindeutig mehr los. Trotzdem waren wir froh, als wir in den frühen Morgenstunden des 1.1.2019 unversehrt in unser Bett sinken konnten.

Ganz viel Açai und ein bisschen Fleisch

Brasilien hat natürlich, wie jedes Land, seine Spezialiäten und typischen Gerichte. Grosse Freude hatten wir in Rio de Janeiro am Churrascaria Palace. Dieses Steakhouse bietet ein grosses Buffet mit allerlei Leckereien wie verschiedenen Salaten, Sushi oder Käse an. Die Hauptattraktion sind aber die verschiedenen Spiesse mit ganz unterschiedlichem Fleisch, die von den Kellnern an die Tische gebracht werden. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, fühlte sich Patrick wie im Paradies. 😀

Andrea hatte in Rio ebenfalls ein Lieblingslokal, das allerdings etwas ganz anderes anbot als der Churrascaria Palace. Bei „Maria Açai“ gab es superleckere Açai-Becher, welche man sich ganz nach den eigenen Vorlieben zusammenstellen konnte. Açai ist eine Beere, die hauptsächlich im regenreichen Amazonasgebiet wächst und nach der Ernte nicht allzu lange haltbar ist. Zum Essen kommt sie daher meistens in tiefgekühlter, pürierter Form vor. Sie wird gerne als Superfood angepriesen, da sie beispielsweise den Cholesterinspiegel senkt oder Entzündungen hemmt. Ein richtig gesundes Nahrungsmittel also. Deshalb gönnten wir uns während der zwei Wochen in Rio fast jeden zweiten Tag einen solchen Açai-Becher. Zum Glück schmeckte er Patrick ebenfalls… 😉

Ein Besuch im Maracanã Stadion

Leider ist in Brasilien die Fussballsaison bereits vorbei. Somit war es nicht möglich, ein Spiel der höchsten Spielklasse im berühmten Maracanã Stadion anzuschauen. Nichtsdestotrotz konnte Patrick es sich nicht nehmen lassen, das Stadion des WM Finals von 1950 und 2014 zu besuchen. Wenn man vor dem Stadion steht, sieht es nicht sehr imposant aus. Aber sobald man in das Stadion reinläuft, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Stadion selber verfügt aktuell über 78’838 Plätze und ist sehr modern für ein Stadion in Südamerika. Auf einer kurzen Tour wurden einige spannende Fakten über das Nationalstadion von Brasilien erzählt. Interessant ist beispielsweise die Tatsache, dass beim WM Finale im Jahre 1950 über 199’000 Zuschauer im Stadion waren. Ein bis heute bestehender Rekord für ein Fussballspiel! Ob es Patrick irgendwann auf unserem Reisli doch mal noch an ein Fussballspiel schafft, oder ob er sich weiterhin mit Stadionführungen zufrieden geben muss, werden wir in den nächsten Monaten sehen. 🙂

Sicherheit in Rio

Bevor wir nach Rio gereist waren, hatten wir mehrmals gehört und gelesen, dass die Stadt sehr gefährlich sei. Tatsächlich haben wir uns in diesen zwei Wochen aber, mit Ausnahme des Silvesterabends, immer wohl und sicher gefühlt. Natürlich haben wir Gebiete gemieden, von denen uns abgeraten wurde, und wir waren immer achtsam, wenn wir unterwegs waren. Am Strand haben wir jeweils andere Badegäste darum gebeten, auf unsere Sachen aufzupassen, während wir im Wasser waren. Zum Glück blieben wir somit vor unschönen Zwischenfällen verschont. Es ist durchaus möglich, dass die Kriminalitätsrate in Rio hoch ist. Wir sind jedoch der Ansicht, dass man sein Glück auch etwas erzwingen kann, indem man gewisse Vorsichtsmassnahmen trifft und auf die Einheimischen hört. Auf jeden Fall sollte einen der Aspekt der Sicherheit nicht vor einem Besuch in Rio abhalten. Die Stadt hat unglaublich viel zu bieten, sodass wir es locker noch ein paar weitere Tage dort ausgehalten hätten. 🙂

Zwei spannende Wochen in Rio de Janeiro
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