Ho Chi Minh City

Kurz vor dem Eintreffen des Taifuns Damrey flüchteten wir per Flugzeug nach Ho Chi Minh City, der grössten Stadt Vietnams. Wir hatten Glück, dass Jetstar den Flug überhaupt durchführte, denn Vietnam Airlines strich am gleichen Tag mehrere Flüge aus Da Nang. Obwohl es während des Fluges einige Turbulenzen gab, spührte man in HCMC nichts vom Taifun. Ganz anders in Hoi An, wie wir später erfuhren. In der schönen Altstadt mit seinen farbigen Lampions stand das Wasser kurz nach unserer Abreise anscheinend hüfthoch, und viele Touristen mussten ihren Aufenthalt deswegen vorzeitig abbrechen.
Wir hingegen genossen die frische Luft aus Tausenden von Rollerauspuffen in HCMC und waren froh, dem Wasser frühzeitig entkommen zu sein 🙂

Chu Chi Tunnels 

Unser erster Ausflug in HCMC führte uns zu den Chu Chi Tunnels, welche sich gut 1 Stunde westlich der Stadt befinden. Die Tunnels wurden während des Vietnamkrieges von den Vietkong (Nationale Front für die Befreiung Südvietnams) genutzt und machten den Amerikanern und den Kämpfern des Südens das Leben schwer. Die Tour bot interessante Einblicke in das Tunnelsystem und das Leben der Menschen, die zum Teil mehrere Jahre darin ausharrten. Kaum vorstellbar, bei diesen engen Platzverhältnissen… Wir konnten gewisse Tunnelabschnitte selber begehen und waren froh, als wir nach kurzer Zeit wieder an die Oberfläche gelangten. Mit der Körpergrösse von Patrick war es definitiv kein Zuckerschlecken, in diesen engen Gassen herumzukriechen… 🙂 Neben den Tunnels konnten wir auch verschiedene Fallen anschauen, welche die kommunistischen Kämpfer aufgestellt hatten, zum Teil sehr ausgeklügelte und brutale Mechanismen. Gegen Geld (ein Schuss ab 2 Dollar) hätte man am Schiessstand auch selber noch das Kriegsfeeling aufleben lassen können, aber da verzichteten wir gerne darauf, wir fanden es eine eher geschmackslose Angelegenheit.

Mekong Delta

Auf einen Ausflug ins Mekong Delta verzichteten wir. Zum einen hätten wir dafür fast zu wenig Zeit gehabt, zum anderen fühlten wir uns nicht gerade in Topform. Die drückende Hitze und die vielen Abgase in HCMC machten uns schlapp und Patrick hatte sich eine lästige Erklältung eingefangen. So verbrachten wir stattdessen einen geruhsamen Tag im War Remnants Museum und flogen dann am nächsten Tag ausgeruht ganz in den Süden, auf die Insel Phu Quoc, um dort wieder ein bisschen Sonne zu tanken.

War Remnants Museum

Das War Remnants Museum ist vor allem mit vielen Bildern ausgestattet und bietet verschiedene Einblicke in die Zeit des Vietnamkrieges. Die Foto-Ausstellungen sind zwar interessant, aber sehr einseitig dargestellt, sprich böse Amerikaner gegen gute Vietkong. Vor dem Museum kann man auch verschiedene Flugzeuge, Panzer und Helikopter der US-Army anschauen. Da der Eintritt weniger als 1 Franken beträgt, lohnt sich ein Besuch trotzdem allemal.

Bui Vien Walking Street

Unsere Abende verbrachten wir jeweils mit anderen Backpackern aus unserem Hostel an der Bui Vien Walking Street, einer der vielen Partymeilen von HCMC. Neben unzähligen Bars, die allesamt mit lauter Musik um ihre Kunden buhlen, gab es auch das eine oder andere gute Restaurant. In einigen Bars wurde am Wochenende zum Glück Fussball gezeigt. So konnte Patrick nach langer, langer Zeit endlich mal wieder live seinen Borussen beim Spiel gegen Bayern München zuschauen. Doch leider wurde unser Ausharren in der Bar bis tief in die Nacht hinein nicht belohnt… 🙁

Phu Quoc

Auf der schönen Insel ganz im Süden von Vietnam verbrachten wir ein paar erholsame Tage am Strand und am Pool unseres coolen Hostels. Ursprünglich wollten wir zuerst zu den Con Dao Inseln, aber nach einiger Recherche im Internet entschieden wir uns dann für Phu Quoc. Die Insel ist touristisch besser erschlossen und das Klima zu dieser Jahreszeit ebenfalls ansprechender. Um mehrere Teile der Insel zu erkunden, vor allem auch den schönsten Strand «Sao Beach» im Südosten, mieteten wir für einen Tag einen Roller und flitzten damit herum. Das Fahren war zum Glück einfach, denn es herrschte wenig Verkehr und die Strassen waren in einem guten Zustand. Ansonsten genossen wir primär das sonnige Wetter und die Ruhe nach den turbulenten Tagen in HCMC und konnten uns gut erholen.
Das absolute Paradies haben wir mit Phu Quoc zwar noch nicht entdeckt, dafür liegt einfach wie in vielen asiatischen Ländern, die wir bisher bereist haben, viel zu viel Müll herum, gerade auch an den ansonsten schönen Stränden und Sehenswürdigkeiten. Schade, dass die Bevölkerung dafür noch keine Lösung gefunden hat. Die Länder sind zwar sehr reizvoll, vor allem wegen ihrer Landschaften, aber der Müll zerstört doch so manches Bild und weckt ein gewisses Unverständnis, wie man so sorglos damit umgehen kann. Wir hoffen sehr, dass dieses «Problem» in naher Zukunft bald grossflächig angegangen wird.

Für uns heisst es nach gut drei Wochen Vietnam Abschied nehmen. Per Fähre und Bus geht es über die Grenze nach Kambodscha. Wir freuen uns riesig auf die Tempel von Angkor und sind gespannt, was das Land sonst noch alles zu bieten hat.

Vietnam Part 3 – Der Süden
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