Südwestaustralien

Nachdem wir mit unserem gemieteten Campervan bereits den Nordwesten von Australien bereist hatten, war nun der Südwesten an der Reihe. Nach den Weihnachtstagen, die wir in Perth verbracht hatten, verabschiedeten wir uns vorübergehend von der Stadt und machten uns auf den Weg Richtung Süden. Zuvor hatten wir noch einen Abstecher zur Autovermietungsstelle gemacht, um unseren beschädigten Camper zu zeigen. Der Mechaniker inspizierte das Fahrzeug kurz, konnte dann allerdings glücklicherweise Entwarnung geben. So wie es ausschaute, war beim Zusammenstoss mit dem Känguruh nicht allzu viel kaputt gegangen. Mit massenhaft Klebeband wurde die lose Plastikabdeckung temporär wieder an ihren richtigen Platz gebracht und wir konnten leicht beruhigt weiterfahren.

Die Distanzen im Südwesten sind bei Weitem nicht mehr so extrem wie im Nordwesten, sodass wir relativ schnell von einem Ort zum nächsten kamen. Weil aber das Klima dort um diese Jahreszeit sehr angenehm ist, und weil zusätzlich im Dezember und im Januar die langen Schulferien in Australien sind, war der Touristenandrang überall massiv grösser als zuvor im Nordwesten. So konnten wir nicht mehr ganz spontan von einem Tag zum nächsten schauen, sondern mussten die Campingplätze zum Teil bereits mehrere Tage im Voraus buchen.

Den ersten grösseren Halt machten wir in Busselton. Eine Stadt, die ca. 200 Kilometer südlich von Perth liegt. Bekannt ist sie haupsächlich wegen ihres knapp zwei Kilometer langen Holzstegs, laut Wikipedia sogar dem längsten der Welt. Auf dem Steg waren viele Fischer anzutreffen, ausserdem fuhr ein Tram die «faulen» Touristen, die nicht laufen wollten (oder konnten), bis ans Ende des Stegs, wo ein schon beinahe jahrmarktmässiges Treiben herrschte. Etwas abseits des Trubels entdeckten wir später entlang der Küste eine wunderbare Bucht, den Meelup Beach, wo wir den Rest des Tages im weichen Sand genossen und fleissig Beachtennis spielten.

 

Weiter führte uns die Strecke via Margaret River und Hamelin Bay bis nach Pemberton. Unterwegs besuchten wir die Ngilgi Cave, eine der vielen Höhlen in dieser Gegend. Sie war ziemlich gross und beherbergte schöne Gesteinsformationen.

In Hamelin Bay konnten wir ein paar Stachelrochen direkt vom Strand aus beobachten. Die Tiere kommen an diesem Ort immer wieder sehr nahe ans Ufer. Leider hatte es aber unglaublich viele Touristen und einige konnten es nicht lassen, die Rochen dauernd zu berühren, was uns ziemlich störte. Deswegen blieben wir nicht allzu lange dort, sondern fuhren weiter bis nach Pemberton. Dort machten wir eine 10km lange Wanderung im Warren National Park. Das besondere Highlight war ein 75m hoher Baum, auf den wir hinaufkletterten. Zuoberst hatten wir zwar ziemlich die Hosen voll, dafür aber eine grossartige Aussicht über den gesamten Park.

  

Einen grösseren Zwischenhalt legten wir in Albany ein. Dort feierten wir auf dem Campingplatz auch Silvester. Obwohl die Feier nichts Spezielles war, hatten wir einen unterhaltsamen Abend mit den anderen Campern und einer mässig guten Liveband 😉

Wenige Kilometer östlich von Albany fanden wir den bisher wahrscheinlich schönsten Beach auf unserer Reise. Der Little Beach trumpfte mit schneeweissem Sand und türkisblauem, kristallklarem Wasser auf. Wir fühlten uns tatsächlich ein bisschen wie im Paradies, nur die Palmen fehlten 🙂

Obwohl Albany schon weit im Südosten von Perth liegt, entschieden wir uns, nochmals ein Stückchen weiter zu fahren, bis nach Esperance. Auch dort genossen wir mehrere Tage an traumhaft schönen Stränden. Vor allem der Observatory Beach, die Twilight Bay und die Lucky Bay mit Känguruhs am Strand hatten es uns angetan.

Wir hätten vermutlich noch viele weitere Tage an diesen Stränden bleiben können, doch anfangs Januar war es für uns dann Zeit, nach Perth zurückzukehren. Auf dem Rückweg machten wir nur noch einen Halt und schauten uns den Wave Rock bei Hyden an. Dieser riesige Granitfelsen ragt mitten im Nirgendwo aus dem Boden, man kann sich gar nicht richtig vorstellen, wie die Natur solche Phänomene zustande bringt…

Zurück in Perth mussten wir uns nach vier Wochen von unserem Campervan verabschieden. Wir haben die Zeit unterwegs enorm genossen, weil wir mit dem Auto natürlich viel unabhängiger waren als noch in Asien mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Perth und Umgebung

Gleich nachdem wir den Camper abgegeben hatten, machten wir uns auf den Weg zur Perth Arena. Der Zufall (oder das Schicksal? :-)) wollte es, dass genau an diesem Tag noch das Finale des Hopman Cups dort gespielt wurde, mit Belinda Bencic und Roger Federer in den Hauptrollen. Wir konnten uns diese einmalige Chance nicht entgehen lassen und hatten glücklicherweise ein paar Tage zuvor noch zwei der letzten Tickets ergattert. Die Spiele in der sehr schönen, modernen Halle waren unterhaltsam und krönten in einem grandiosen 2:1 Sieg für die Schweiz über Deutschland. Wir freuten uns riesig, dass wir somit schon vor dem Australian Open in den Genuss von Spitzentennis gekommen waren und erst noch unseren Roger Federer live spielen sahen.

Fremantle

Tags darauf nahmen wir den Zug nach Fremantle, wo wir zwei Nächte im Gefängnis verbrachten. Natürlich wurden wir nicht eingebuchtet, aber unsere Jugendherberge war im ehemaligen Frauengefängnis von Fremantle untergebracht 😉 Die Unterkunft war schön und geräumig eingerichtet, aber auch etwas speziell, denn man konnte sich immer noch gut vorstellen, wie es früher im richtigen Gefängnis gewesen sein musste.

Fremantle ist ein hübscher kleiner Ort an der Küste, nur eine gute halbe Stunde südwestlich von Perth. Wir verbrachten die Tage beim gemütlichen Herumschlendern durch die Strassen und beim Sonnenbaden am South Beach. Die Altstadt beherbergt einige historische Gebäude aus der Zeit der ersten Siedler, die immer noch gut erhalten sind. Patrick besuchte ausserdem noch eine Tour im Fremantle Prison, in dem bis 1991 mehrere tausend Gefangene inhaftiert gewesen waren.

Rottnest Island

Mit der Fähre ging es für einen Tag nach Rottnest Island. Die Fahrt von Fremantle aus dauerte gut 45 Minuten. Auf der kleinen Insel findet man unter anderem zwei Leuchttürme, einen Pink Lake, mehrere schöne Buchten und auch einige Restaurants und Shops. Wir fuhren mit einem gemieteten Fahrrad einmal um die Insel herum und machten immer wieder Halt, um die tolle Landschaft und vor allem die süssen Quokkas zu bestaunen. Ein Quokka-Selfie war natürlich ebenfalls Pflicht. Das führte dazu, dass wir uns mehr als einmal mühselig im Dreck wälzten, bis der perfekte Schnappschuss gelungen war 😀

  

Perth

Die letzten Tage in Westaustralien verbrachten wir nochmals in Perth. Wir hatten in Albany auf dem Campingplatz ein nettes Paar kennengelernt, welches uns damals spontan zu sich nach Hause eingeladen hatte. Auf dieses Angebot kamen wir nun gerne zurück und verbrachten dadurch ein paar sehr unterhaltsame und vor allem auch entspannte Tage in ihrem Haus in Conolly, einem Vorort von Perth. Zwei grössere Ausflüge standen von dort aus noch auf dem Programm. Zum einen machten wir einen langen Spaziergang durch Perth entlang der Uferpromenade bis zum Kings Park, zum anderen tankten wir nochmals etwas Sonne am Scarborough Beach.

In Perth, wo vor gut fünf Wochen unser Abenteuer Westaustralien begonnen hatte, endete es nun auch mit einem wunderbaren Ausklang bei diesen neugewonnenen Freunden zu Hause. Obwohl wir zuerst leichte Skrupel hatten, bei «wildfremden» Leuten zu übernachten, war es schlussendlich eine super Entscheidung, denn wir wurden extrem umsorgt, fein bekocht und in der Gegend herumchauffiert. Es hätte kaum besser sein können! 🙂 Ein wunderbares Beispiel für die enorme Gastfreundschaft der Australier, die wir nicht zum ersten Mal zu spüren bekommen hatten. So wären wir gar nicht traurig gewesen, noch ein paar Tage länger in dieser angenehmen Gesellschaft zu verweilen. Doch unser Flug nach Melbourne war schon seit Langem gebucht, schliesslich hatten wir dort eine wichtige Verabredung mit dem Australian Open… 😉

Traumstrände in Südwestaustralien
Tagged on:                                                                                                                         

2 thoughts on “Traumstrände in Südwestaustralien

  • 04/02/2018 at 17:20
    Permalink

    So cool! Gseht ja alles hammer us! An Little Beach mag ich mich gar nöd erinnere….bin aber sicher dasi au dete gsi bin 😉 Hender na es Wine Tasting gmacht idä Margaret River Region? gnüsseds wiiiterhiin!!

    Reply
    • 06/02/2018 at 04:46
      Permalink

      Ja das isch äs definitiv gsi, üs hätts super guet gfalle. D’Stränd sind eimalig schön det unne, da müend ihr dänn au wieder Mal äs Reisli uf Down Under mache 😀 Nei, äs Wine Tasting hämmer keis gmacht, defür gnueg Goon-und Bier-Tasting 😉 Danke vill Mal, das mached mer!

      Reply

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.