Auf unserer Reise hatten wir bisher zwar schon viele Stopps in Bangkok, verbrachten diese aber immer nur am Flughafen. Nun war es endlich an der Zeit, diese beeindruckende Grossstadt etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Viele sagen, entweder liebt man die Stadt, oder man hasst sie. Wir waren deswegen sehr gespannt, wie es uns ergehen würde.

Royal Palace, Krematorium, Wat Po

Gleich am ersten unserer drei Tage in Bangkok machten wir uns auf den Weg zu einigen der Hauptattraktionen. Dazu gehören der Royal Palace, der Wat Po und das momentan aufgestellte Krematorium für den verstorbenen König Bhumibol. Sie alle liegen gleich nebeneinander im «alten» Teil von Bangkok. Leider führt der moderne Skytrain nicht in diesen Teil der Stadt, weswegen wir mit der Fähre über den Wasserweg dorthin schipperten. Wir mussten zwar fast eine Stunde auf die Fähre warten, aber die Fahrt war unterhaltsam und vor allem sehr günstig.
Zusammen mit zig tausend anderen Touristen und Einheimischen erkundeten wir zuerst das Gelände um den Royal Palace und das Krematorium. Obwohl wir den Royal Palace ursprünglich gerne besichtigt hätten, entschieden wir uns schlussendlich dagegen. Der Eintritt von 500 Bath pro Person (ca. 15 Franken) erschien uns ziemlich hoch, ausserdem hatten wir an vielen Orten gelesen, dass es eine reine Touristenabfertigung sei und man sich auf dem Gelände kaum frei bewegen könne. Auch von ausserhalb der Mauern konnten wir die Grösse und Schönheit der Anlage erkennen und begnügten uns damit.
Das Krematorium von König Bhumibol war nach seinem Tod innert einem Jahr aufgebaut geworden und zieht nun haufenweise Thais an, die ihrem König die letzte Ehre erweisen. Der Bau ist gewaltig, er hat aber auch viel gekostet, ca. 25 Millionen Euro. Alle Arbeiter verzichteten dabei sogar auf eine Entlöhnung. Für Touristen wurde extra ein Sightseeing-Spot eingerichtet. Wir durften kostenlos für zehn Minuten in die Anlage rein, um ein paar Eindrücke zu gewinnen. Dies kam uns sehr gelegen, denn laut der Dame am Infostand hätten wir auch zusammen mit all den Thais für 1 – 2 Stunden anstehen können, um das ganze Krematorium ausführlicher zu besichtigen. Aber dafür war es uns definitiv zu heiss und auch zu wenig wichtig.
Wir nahmen uns stattdessen viel Zeit für den Wat Po, einen sehr schönen Tempel direkt neben dem Royal Palace. Auch einer der grössten liegenden Buddhas kann darin besichtig werden.

Chatuchak Wochenendmarkt

Glücklicherweise war unser Aufenthalt in Bangkok übers Wochenende, so hatten wir die Möglichkeit, den berühmten Wochenendmarkt «Chatuchak» zu besichtigen. Der Markt ist sehr gross und bietet praktisch alles, was man sich nur vorstellen kann. Von Secondhand Kleidern über Souvenirs, Dekorationsgegenständen und Haushaltswaren bis hin zu Büchern oder getrockneten Früchten konnte man alles kaufen, was das Herz begehrte. Daneben boten Essensstände auch leckeren Streetfood an, den wir gerne kosteten. Obwohl wir selber nicht gross eingekauft haben, können wir den Markt definitiv empfehlen. Es ist ein unterhaltsames Erlebnis, durch die unzähligen Stände zu schlendern und sich über all die kuriosen Sachen zu amüsieren, die es zu kaufen gibt.

Khao San Road

Die Khao San Road soll eine der bekanntesten Strassen Bangkoks sein, Grund genug, ihr einen Besuch abzustatten. Nachdem wir schon an mehreren Orten in Vietnam, vor allem in Ho Chi Minh City, solche Partymeilen besucht hatten, konnten wir uns ungefähr vorstellen, wie es an der Khao San Road zu- und hergehen musste. Als wir jedoch dort ankamen, dachten wir zuerst, wir hätten uns in der Strasse geirrt, denn es war praktisch nichts los. Doch das Strassenschild zeigte klar und deutlich: wir waren am richtigen Ort. Nur wenige Touristen flanierten zwischen den Tattooshops, Schneidern und Bars hin und her. Klar, man konnte alle zwei Meter die gleichen Sachen an den gleichen Ständen kaufen, gegrillte Insekten essen, und McDonalds beglückt hier seine Kunden mit unglaublichen zwei Filialen innert 300 Metern, aber das war dann auch schon das höchste aller Gefühle. Da hatten wir definitiv mehr erwartet und werden deswegen kaum nochmals herkommen…

Golden Mount Wat Saket

Mitten in der Altstadt liegt ein leicht erhöhter Tempel, der Golden Mount Wat Saket. Für eine kleine Gebühr kann man ihn über einige Treppenstufen erklimmen. Oben angekommen, wird man mit einem schönen 360 Grad Blick über die Umgebung belohnt. Da er direkt am Fluss liegt, konnten wir nach der Besichtigung dort mit einem Wassertaxi zurück ins Stadtzentrum fahren. Dies war ein sehr unterhaltsames Erlebnis. In kürzester Zeit war das Boot komplett überfüllt, sodass man sich kaum mehr bewegen konnte. Beim Ein- und Aussteigen musste man sich richtiggehend beeilen, das Boot hielt kaum an, da fuhr es auch schon wieder weiter. Wir hätten gerne gewusst, wie viele Male jemand schon deswegen im Fluss gelandet ist 🙂

Lumpini Park

Eine kleine grüne Oase inmitten von Bangkok ist der Lumpini Park. Nur wenige Touristen verirren sich dorthin, man sieht vor allem Jogger, Velofahrer oder Einheimische, die bei einem Picknick an einem der kleinen Seen zusammensitzen oder Volleyball-Fussball spielen. Obwohl wir uns nicht sportlich betätigten, genossen wir die Ruhe mitten in der Grossstadt. Lustig war zudem, den Waranen mit ihren langen Zungen zuzuschauen, die sich um den See herum sonnten. Solch grosse Echsen würde man wohl zuletzt wildlebend in einer Stadt wie Bangkok vermuten.

Über den Dächern von Bangkok

Einen unserer vier Abende in Bangkok läuteten wir mit einem Drink in der Octave Rooftopbar & Lounge ein. Obwohl diese Bar nicht so bekannt ist wie die Lebua Rooftop Bar aus dem Film Hangover 2, hatten wir einen schönen 360 Grad Ausblick über die Stadt, ganz ohne riesigen Touristenandrang und völlig überteuerte Drinks. Und zudem mussten wir uns bei dieser Bar keine Gedanken über den Dresscode machen, gibt unser Rucksack im Bereich «elegant» halt wirklich nicht viel her… 😉
Nach dem Apéro schlenderten wir noch ein bisschen im nächtlichen Bangkok umher. Dabei besichtigten wir unter anderem auch die «Soi Cowboy» und «Nana Plaza», zwei bekannte Orte des Rotlichtviertels. Auf ein näheres Rencontre mit einem Ladyboy verzichteten wir allerdings gerne 😉
Sehr enttäuscht waren wir über das mangelnde Interesse der Thais am Tennissport. Obwohl wir mehrere Sportbars abklapperten, fanden wir keine einzige, die Roger Federer an den ATP World Tour Finals zeigen wollte. Stattdessen dominierte überall nur die Premier League, schade 🙁

Shopping

Wie in jeder Grossstadt kann man natürlich auch in Bangkok sehr gut shoppen. Viele topmoderne Einkaufszentren buhlen um die Gunst der Kundschaft. Auch wenn wir nicht wirklich etwas brauchten und es in unserem Rucksack sowieso keinen Platz für neue Sachen hat, erkundeten wir die verschiedenen Läden und waren erstaunt über die teils ziemlich hohen Preise. So blieb es denn auch wirklich nur beim Anschauen. Wer auf Schnäppchen aus ist, muss definitiv an anderen Orten shoppen gehen 🙂

In Bangkok verliebt haben wir uns auf die Schnelle nicht. Trotzdem gefiel uns die Stadt besser als erwartet. Wer sich etwas Zeit nimmt, findet viele hübsche Plätzchen zum Verweilen. Vor allem der Wochenendmarkt hat uns gut gefallen, insbesondere das leckere Thai-Essen, das wir ja schon auf den Golfinseln sehr genossen hatten 🙂

Nach der Grossstadt ist es nun Zeit für einen Abstecher in den Norden von Thailand. Wir werden eine gute Woche in Chiang Mai und Pai verbringen und freuen uns speziell auf das Zusammentreffen mit den Elefanten im Elephant Nature Park.

Tempel, Warane und Märkte in Bangkok
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4 thoughts on “Tempel, Warane und Märkte in Bangkok

  • 25/11/2017 at 16:56
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    Hallo ihr beiden Weltenbummler
    Es ist immer spannend, eure lebendigen Reiseberichte zu lesen. Danke, dass wir an euren Erlebnissen teilhaben dürfen.
    Wir wünschen euch weiterhin viele positive Eindrücke, eine superschöne Reise und «händs guet»!
    Unsere liebe Gedanken und Wünsche begleiten euch
    Madlen & Family

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    • 29/11/2017 at 10:58
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      Liebe Madlen und Familie, vielen herzlichen Dank für eure Nachricht! Wir freuen uns riesig, dass ihr unsere Berichte gerne lest, das motiviert sehr, so weiterzumachen 🙂 Wir hoffen sehr, dass auch bei euch zu Hause alles in Ordnung ist und es euch gut geht. Geniesst die Weihnachtszeit für uns mit 😉 Alles Liebe aus Thailand, Patrick und Andrea

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  • 29/11/2017 at 20:46
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    Hallo ihr zwei Hübschen, sehr sehr interessante Berichte die ihr da im Blog schreibt. Braucht sicher auch viel Zeit aber von dem habt ihr ja genug oder? Wir fliegen ja am Sonntag ebenfalls nach Thailand (khaolak) für 3 Monate??! Dann kann ich euren Blog aus nächster Nähe mitverfolgen?. Macht weiter so und bleibt gesund. Lg Stewi

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    • 09/12/2017 at 15:22
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      Hallo lieber Stewi, vielen herzlichen Dank für deine lieben und lobenden Kommentare, wir haben uns riesig darüber gefreut! 😀 Ja, es braucht schon ein wenig Zeit, bis ein neuer Beitrag fertig ist, aber wie du sagst, davon haben wir ja genug und das Geniessen kommt auch nicht zu kurz 😉
      Oh, wow, ihr seid für 3 Monate in Khao Lak? Das ist ja ganz cool! Was habt ihr so im Sinn dort? Geniesst es ebenfalls ganz, ganz fest und erholt euch gut! Und schick uns mal ein Foto oder so 😉 Ganz liebe Grüsse, Andrea und Patrick

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