Der kurze Abstecher nach Chile war schnell vorbei gewesen. Schon sassen wir wieder einmal in einem Bus, der uns über die Grenze bis nach Argentinien brachte, genauer gesagt nach Salta. Die Stadt liegt im Norden von Argentinien, rund zehn Fahrstunden von San Pedro de Atacama entfernt. Wie schon bei den letzten beiden Grenzübertritten, zuerst von Peru nach Bolivien und dann von Bolivien nach Chile, hatten wir auch an der Grenze von Chile nach Argentinien absolut keine Probleme. Wir mussten dieses Mal weder ein Einreiseformular ausfüllen, noch irgendwelche Weiterflüge oder Ausreisedokumente vorweisen. Die Grenzbeamten schauten nur kurz in unseren Pass rein und schon waren wir durch. Einzig das Gepäck musste noch durch einen Scanner, aber auch das war innert Minuten erledigt. Wir freuten uns natürlich sehr, dass eine weitere Einreise so reibungslos geklappt hatte. So konnten wir die nächsten Stunden im Bus entspannt beim Filme schauen geniessen.

Neues Land – neue Sitten

In Salta angekommen, machten wir uns zuerst wieder einmal mit dem neuen Land vertraut. Schon am Busbahnhof hatten wir den Eindruck, dass man einen deutlichen optischen Unterschied zu Peru und Bolivien ausmachen konnte. (Chile hatten wir zu wenig lange besucht, um das Land in die Wertung miteinfliessen zu lassen 😉 ) Auf den Strassen wirkte alles etwas organisierter, die Autos waren in einem besseren Zustand und die Gebäude schauten relativ westlich aus. Auch in Salta war eine unserer ersten Handlungen, uns einen Geldautomaten zu suchen. Und wie schon zuvor in Chile, erlebten wir auch dieses Mal unser blaues Wunder. Der Automat verlangte nämlich eine Gebühr von sage und schreibe zehn Franken!!! Hinzu kam, dass man pro Transaktion einen Maximalbetrag von etwa 100 Franken rauslassen konnte. Das machte also auf den Gesamtbetrag rund 10% Gebühren, eine absolute Frechheit! Auch wenn wir zuvor in einigen Reiseführern und im Internet gelesen hatten, dass in Argentinien noch gerne solche horrenden Gebühren erhoben werden, waren wir schockiert. Da wir den Taxifahrer, der uns ins Hostel bringen sollte, aber weder mit Karte, noch mit US-Dollar bezahlen konnten, blieb uns wie schon zwei Tage zuvor in Chile nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beissen und die Gebühren zu bezahlen. 🙁

Eintauchen in den Argentinischen Alltag

Nachdem wir den ersten Ärger über die hohen Gebühren verdaut hatten, machten wir uns auf den Weg zum Hostel. Es lag recht zentral in der Nähe des Hauptplatzes von Salta, dem Plaza 9 de Julio. Mittlerweile war es bereits sehr spät geworden und an der Zeit für das Nachtessen. Wir schlenderten ein bisschen in den Strassen um den Hauptplatz herum und waren völlig überrascht, wie viele Leute mit uns zusammen unterwegs waren. Wir hatten das Gefühl, dass ganz Salta an diesem Abend auf den Beinen war. Teilweise mussten wir uns richtig einen Weg durch die Menschenmengen bahnen. Unzählige Strassenkünstler waren unterwegs, und ebenso viele Verkaufsstände entdeckten wir. Auch sahen wir einige Paare, die auf der Strasse Tango tanzten. Wir waren definitiv in Argentinien angekommen.

Cerro San Bernardo

Zwei Tage hatten wir Zeit, um Salta und die Umgebung zu erkunden. Wir starteten, wie wohl die meisten Touristen, mit einer Fahrt auf den Cerro San Bernardo, den Hausberg von Salta. Wie schon in La Paz, in Bolivien, führt auch in Salta eine Seilbahn auf den Hügel hinauf. Und diese stammt sogar aus der Schweiz! 😉 Von der Bergstation aus hatten wir einen wunderbaren Blick auf Salta. Den Berg hinunter gingen wir dann zu Fuss, ein bisschen Bewegung musste ja schon auch noch sein. Auf dem Weg zurück zum Hostel kamen wir an einigen schönen Kirchen, Gebäuden und Plätzen vorbei.

Die vielen Kirchen waren tatsächlich ein auffallendes Augenmerk in Salta. Wir waren es uns mittlerweile ja gewohnt, dass in Südamerika jede Ortschaft einen Hauptplatz mit einer sehenswerten Kathedrale zu bieten hat. Aber in Salta entdeckten wir auch abseits des Hauptplatzes ein paar weitere schöne Gotteshäuser, die in der Nacht toll beleuchtet wurden.

 

Die Zeiten des Hungerns sind vorbei!

Das Highlight für uns war in Salta jedoch ganz klar das Argentinische Essen. Vor allem Patrick hatte sich schon seit Wochen auf ein gutes Stück Fleisch und einen edlen Tropfen Wein gefreut. 😀 Und nach all den Diäten, welche wir auf Grund  unserer Krankheiten in Peru und Bolivien hatten erdulden müssen, war es doch wieder einmal an der Zeit, etwas Richtiges zwischen die Zähne zu bekommen. 😉

Viel mehr aus Salta zu berichten gibt es allerdings nicht. Da wir nur gerade zwei Tage dort verbrachten, lohnte es sich nicht, grössere Ausflüge in die Umgebung zu machen. Für uns war das aber völlig in Ordnung. Wir konnten uns in Ruhe mit den Sitten von Argentinien vertraut machen, was wir absolut zu schätzen wussten. Und wir freuten uns auch schon riesig auf die Weiterreise. Als nächste Destination steuerten wir nämlich Buenos Aires an.

Steaks, Wein und Tango – Willkommen in Argentinien!
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