Eine über siebenstündige Busfahrt brachte uns zu Beginn des neuen Jahres von Rio de Janeiro nach São Paulo. Ursprünglich hatten wir keinen Abstecher dorthin geplant. Doch ein ehemaliger Schulkollege von Andrea wohnt seit einigen Jahren in der grössten Stadt Brasiliens, und da sie ihn schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte, entschlossen wir uns, ihn zu besuchen. Mit Severin verbrachten wir dann auch einen unterhaltsamen Abend. Er konnte uns ein bisschen erzählen, wie er als «Auslandschweizer» das Leben in Brasilien so wahrnimmt, was wir sehr spannend fanden. An dieser Stelle nochmals einen grossen Dank an Sevi für deine Gastfreundschaft! 🙂

Ein eher glanzloses Zentrum

Wie wir dies schon in mehreren Städten auf unserer Reise getan hatten, schlossen wir uns auch in São Paulo einer Free Walking Tour an. Sie führte uns durch die Innenstadt, das historische Zentrum. Im Gegensatz zu anderen Städten in Südamerika waren wir allerdings nicht ganz so von den Gebäuden und der Umgebung angetan. Obwohl unser Tourguide uns viele spannende Sachen erzählte, fehlten irgendwie die besonderen Schmuckstücke. Severin hatte uns jedoch vorgewarnt gehabt, dass das Zentrum von São Paulo nicht wirklich sehenswert sei. Die Stadt mit ihren ungefähr 12 Millionen Einwohnern ist denn auch eher als Finanzplatz von Südamerika bekannt, und nicht unbedingt als Kulturhauptstadt. Das Highlight der Free Walking Tour war neben der schönen Kathedrale dann vermutlich auch bereits unser Mittagessen. In einer Bäckerei kamen wir nämlich endlich dazu, ein Coxinha, eine typische brasilianische Spezialität, zu probieren. Das ist eine frittierte, meist mit Hühnerfleisch gefüllte Teigtasche.

Tolle Wandmalereien in Batman’s Alley

Ausserhalb des Stadtzentrums von São Paulo stiessen wir dann aber doch noch auf ein paar interessante Orte. Besonders gefallen hat uns Batman’s Alley, eine Gasse mit unglaublich vielen, sehr schönen Wandmalereien, die zum Teil noch ganz neu schienen. Im Parque do Ibirapuera genossen wir die ruhige Umgebung bei einer kleinen Joggingrunde. Ausserdem war es spannend, auf der Avenida Paulista, einer der Hauptstrassen von São Paulo, den vielen Passanten eine Weile zuzuschauen. Ganz unerwartet bekamen wir sogar die Möglichkeit, von der Dachterrasse eines der Hochhäuser an der Avenida Paulista einen Blick auf die Umgebung zu werfen. Dort oben wurden uns die Dimensionen der Stadt erst so richtig bewusst: Wolkenkratzer so weit das Auge reicht!

   

 

Das schöne Kolonialstädtchen Paraty

Nach dem Abstecher nach São Paulo ging unsere Reise durch Brasilien weiter nach Paraty. Im Gegensatz zur Millionenmetropole präsentierte sich Paraty überschaubar klein. Das sehr gut erhaltene Kolonialstädtchen begeisterte uns mit seinen teils wunderbaren Häusern. Auch in Paraty hatte es, wie schon auf Ilha Grande, viele Touristen. Trotzdem fühlten wir uns wohl und genossen ein paar entspannte Tage an Brasilien’s Costa Verde. In Paraty gibt es leider keinen Badestrand. Aber dafür kann Trindade, ein Ort etwa 40 Minuten südlich von Paraty, gleich mit mehreren auftrumpfen. So verbrachten wir dann auch drei unserer vier Tage in Paraty an einem der Strände von Trindade und arbeiteten fleissig an unserer Bräune. 😉 Den vierten Tag verbrachten wir mit der Erkundung einiger Wasserfälle, die etwas landeinwärts zu finden sind. Dort genossen wir vor allem das etwas kühlere und dadurch sehr erfrischende Wasser. Denn während unseres Aufenthaltes in Paraty kletterte das Thermometer jeden Tag auf über 35 Grad. Da kam einem jede noch so kleine Abkühlung mehr als gelegen.

Von Paraty aus fuhren wir mit einem Bus wieder zurück nach Rio de Janeiro. Dort verbrachten wir nochmals eine gute Woche, bevor wir dann nach Salvador weiterflogen.

 

São Paulo und Paraty – von der Grossstadt ins Kolonialstädtchen
Tagged on:                                                         

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.