Wie bei den meisten anderen Touristen führte auch unser Weg nach der Bootstour auf dem Milford Sound ins nahe gelegene Queenstown. Obwohl der Ort realtiv klein ist, zieht er jedes Jahr tausende von Besuchern an. Grund dafür sind die unzähligen actionreichen Aktivitäten, die man in und um Queenstown erleben kann. Auch uns zog es dorthin, weil sich Patrick einen grossen Wunsch erfüllen wollte, nämlich den Nevis Bungy Jump zu machen, den höchsten Bungy Jump von ganz Neuseeland.

Queenstown

Gleich nach der Ankunft in Queenstown suchten wir den Anbieter dieses Sprunges auf. Patrick konnte sogar noch für den nächsten Tag einen Termin buchen. Somit war die erste Hürde schon einmal genommen und wir genossen einen ruhigen Abend auf dem etwas abseits gelegenen Campground. Am nächsten Tag ging es für Patrick dann endlich los. Um zehn Uhr war das Einchecken, bei dem alle Formalitäten geklärt und Patrick gewogen wurde. Etwas später stiegen wir mit vielen anderen Adrenalinjunkies in den Bus, der uns zum etwa 40 Minuten entfernten Sprunggelände brachte. Nachdem dort nochmals alles erklärt wurde, fuhr uns eine kleine Seilbahn hinaus zur Plattform, von welcher der Sprung erfolgen würde. Die Anspannung stieg nun von Minute zu Minute, nicht nur bei den Springern, sondern auch bei Kamerafrau Andrea, die sich auf den Moment freute, wenn alles vorüber war… Als es dann soweit war und Patrick an die Reihe kam, ging alles sehr schnell. Patrick nahm auf einem Sessel Platz, bekam die ganze Ausrüstung umgelegt und war startklar. Obwohl der Sprung 134 Meter hoch war, dauerte der freie Fall nur wenige Sekunden, und dann war der ganze Spuk auch schon wieder vorbei. Andrea konnte ihren Patrick, der noch immer voller Adrenalin war und am liebsten gleich ein zweites Mal gesprungen wäre, erleichtert in die Arme schliessen. Per Bus ging es anschliessend die gleiche Strecke wieder zurück nach Queenstown, wo nun auch noch Andrea auf ihre Kosten kam. Ganz bescheiden hatte sie sich nämlich keine wahnsinnige Aktivität ausgesucht, sondern wollte lediglich den berühmtesten Burgerschuppen von ganz Neuseeland auskundschaften. Schliesslich mussten wir ja selbst herausfinden, ob die Burger von Fergburger wirklich so gut sind, wie wir von einigen Freunden und Bekannten gehört hatten. Vor dem Laden erstreckte sich zwar auch bei unserem Besuch eine ziemlich lange Warteschlange. Aber die scheint völlig normal zu sein, ausser man will sich den Burger bereits zum Frühstück gönnen 😉 Unsere Erwartungen wurden glücklicherweise komplett erfüllt, die beiden Burger schmeckten grossartig. So machten sich ein sehr glücklicher Patrick und auch eine sehr glückliche Andrea auf den Weg Richtung Wanaka, wo wir den nächsten Stopp einlegten.

 

Wanaka

Oftmals wird über Wanaka gesagt, es sei der kleine Bruder von Queenstown. Denn auch an diesem Ort kann man viele verschiedene Aktivitäten machen und die Touristendichte ist ähnlich hoch wie in Queenstown. Wir liessen es aber relativ ruhig angehen und machten «nur» eine längere Wanderung auf den Roys Peak. Diese Tageswanderung war uns ebenfalls von einigen Bekannten empfohlen worden, weshalb wir schon sehr gespannt waren. Bereits früh am Morgen war der Parkplatz an diesem schönen Herbsttag komplett voll. Wir deuteten das als gutes Zeichen dafür, dass sich die Wanderung wohl lohnen wird. Nach knapp drei Stunden nonstop bergauf laufen, erreichten wir den Gipfel, den Roys Peak. Die Aussicht war phänomenal, einfach unbeschreiblich. Der Weg hinunter dann allerdings nicht mehr so sehr, denn nun folgten gut 2 Stunden permanenten Hinunterlaufens, was für unsere Knie irgendwann nicht mehr angenehm war. So fällt unser Fazit denn auch gespalten aus. Die Wanderung selbst lohnt sich auf jeden Fall, weil die Aussicht absolut grossartig ist. Man muss aber auch berücksichtigen, dass der Weg, vor allem der Rückweg, nicht unbedingt Spass macht und ziemlich strapaziös ist.
Eine deutlich weniger anstrengende Wanderung machten wir am nächsten Tag auf den Hausberg von Wanaka, den Mt Iron. Vom Gipfel aus hatten wir eine gute Aussicht auf das kleine Städtchen und die Umgebung. Damit wir doch auch noch ein bisschen Action erlebten, schauten wir uns zur Erholung nach den Wanderungen noch den Film Red Sparrow im Kino von Wanaka an. Das Kino war mit vielen Sofas ausgestattet, auf denen man es sich bequem machen und den Film in einer heimeligen Atmosphäre geniessen konnte. Nachdem wir auch noch dem berühmtesten Baum von ganz Wanaka einen Besuch abgestattet hatten, führten wir unsere Reise fort. Nun ging es an die Westküste der Südinsel, zum Franz Josef Glacier.

Franz Josef Glacier

Die sehr dünn besiedelte Westküste lockt die Touristen vor allem mit zwei Hauptattraktionen an, dem Fox Glacier und dem Franz Josef Glacier. Vor vielen Jahren erstreckten sich diese beiden Gletscher sogar bis ganz an die Küste, was ihnen eine unvorstellbare Grösse gab. Heutzutage fallen aber auch sie leider der globalen Klimaerwärmung zum Opfer und sind gewaltig zurückgegangen. Wir entschieden uns, nur einen der beiden Gletscher zu besuchen, und machten Halt beim Franz Josef Glacier. Die meisten Touristen buchen einen Helikopterflug, um den Gletschter zu erkunden. Sie werden dann für kurze Zeit auf dem Gletscher abgeladen und können in einem kleinen Bereich herumlaufen. Da wir persönlich aber nicht das Bedürfnis hatten, viel Geld für einen Heliflug auszugeben, und Gletscher für uns Schweizer auch nicht etwas völlig Unbekanntes sind, begnügten wir uns mit einem Spaziergang. Dieser führte uns ein gutes Stück an den Gletscher heran, sodass wir ihn aus einiger Distanz betrachten konnten. Damit hatte es sich allerdings auch schon wieder getan und wir kehrten zum Auto zurück, um noch weitere Orte entlang der Westküste zu besuchen.

Westcoast

Auf unserem Weg zurück Richtung Norden kamen wir bei Hokitika vorbei, einem hübschen kleinen Städtchen. Vor allem die Beachfront gefiel uns gut. Sie war liebevoll gestaltet und fast menschenleer, was wir für eine kleine Verschnaufpause sehr genossen. Etwas weiter der Küste entlang legten wir einen Halt bei den Pancake Rocks ein. Selbst Forscher wissen bis heute nicht ganz genau, wie diese Felsen zu ihrer Form gekommen sind. Aber sie sehen tatsächlich so aus, wie wenn man mehrere Steinschichten aufeinander gestapelt hätte. Eben so, wie man es mit Pfannkuchen macht 😀

Gerne hätten wir unseren Aufenthalt an der Westküste noch etwas verlängert, aber leider erreichten uns an der Wetterfront sehr, sehr schlechte News. Ein gemeiner Schneesturm hatte sich von der Antarktis her Richtung Neuseeland aufgemacht und war drauf und dran, das Land anzugreifen. Welche Konsequenzen dieses Vorhaben für unsere Weiterreise hatte, erzählen wir euch gerne im nächsten Blog… 😉

Oh du schöne Südinsel… – Part 3
Tagged on:                                                     

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.