Der Start unserer Rundreise auf der Südinsel gestaltete sich zu Beginn leider etwas schwierig. Das schlechte Wetter hatte entschieden, uns von Wellington her übers Meer zu folgen und liess sich einfach nicht abschütteln. Dies war etwas ärgerlich, weil wir im Sinn hatten, den ersten grösseren Halt beim Abel Tasman Nationalpark einzulegen, welcher an der Nordküste der Südinsel liegt. Daher mussten wir wohl oder übel ein bisschen in Nelson, der grössten Stadt der Region, ausharren und auf eine Wetterbesserung hoffen. So schlimm war das Warten aber nicht, denn ein guter Freund von uns war vor einigen Jahren in Nelson in der Sprachschule gewesen und konnte uns mit einigen Insidertipps versorgen. Wir erkundeten beispielsweise das Centre of New Zealand, einen kleinen Aussichtspunkt oberhalb der Stadt, der – je nach Ansicht und Berechnung – als Zentrum von ganz Neuseeland gewertet werden kann. Ausserdem genossen wir eine riesengrosse und sehr, sehr leckere Pizza bei Stefano’s und zapften immer mal wieder das kostenlose Wlan bei der öffentlichen Bibliothek an, um unsere sozialen Kontakte zu pflegen und unseren Blog zu schreiben 😉

Abel Tasman Nationalpark

Nach zwei Tagen Regen meinte es Petrus dann zum Glück endlich wieder gut mit uns. So konnten wir unsere Tageswanderung im Abel Tasman Nationalpark doch noch bei schönem Wetter in Angriff nehmen. Ein Wassertaxi brachte uns früh am Morgen ein gutes Stück die Küste rauf. Unterwegs konnten wir dadurch schon sehen, wo unser Rückweg uns später durchführen würde. Der Bootsführer fuhr uns auch noch an Adele Island, einer kleinen Insel, vorbei, wo wir ein paar Seebären beim Schlafen auf den Steinen beobachten konnten. Nach gut einer Stunde auf dem Meer hatten wir unseren Zielort erreicht und die Wanderung konnte losgehen. Meistens führte uns der Weg der Küste entlang durch den Wald, aber in regelmässigen Abständen konnten wir das Meer und viele kleine Sandbuchten erblicken. Manchmal war es auch möglich, zu diesen Stränden hinunterzulaufen und dort eine Pause einzulegen. Obwohl der ganze Weg zurück über 24 Kilometer lang war, fühlten wir uns am Ende des Tages nicht völlig ausgelaugt. Dank des schönen Wetters hatten wir uns genügen Zeit für die Wanderung nehmen können. Das Warten in Nelson hatte sich daher absolut gelohnt, der ganze Tag in dieser wunderbaren Landschaft war einmalig gewesen!

Golden Bay

Gleich am nächsten Tag fuhren wir noch weiter die Nordküste hinauf, bis in die Golden Bay. Die Anreise musste zeitlich gut geplant werden. Denn aufgrund eines Erdrutsches ist ein Strassenabschnitt in diesem Gebiet momentan nur während zwei Stunden am Morgen und vier Stunden am Abend passierbar. Für uns hiess dies deswegen zeitig aufbrechen. Doch bekanntlich hat Morgenstund ja Gold im Mund und wir konnten dadurch das Maximum aus diesem Tag herausholen. Gleich als erstes fuhren wir bis zum nördlichsten Punkt der Südinsel, dem Farewell Spit. Dort machten wir einen sehr schönen Spaziergang an zwei verschiedenen Stränden und genossen die unberührte Natur und die Ruhe. Der Rückweg war ausserdem sehr unterhaltsam, er führte nämlich mitten durch eine Schafsweide hindurch 😀 Den zweiten Stopp legten wir beim Wharariki Beach ein. Ein gut 20 minütiger Spaziergang führte über Sanddünen bis ans Meer. Das Highlight war jedoch nicht das Meer selber, sondern die jungen Seebären, die dort im Wasser plantschten. Wir konnten uns kaum an ihnen sattsehen.

Später am Nachmittag legten wir noch zwei weitere Stopps ein. Zuerst besuchten wir die Pupu Springs, natürliche Quellen, die für ihr enorm klares Wasser bekannt sind. Anschliessend schauten wir noch beim Wainui Wasserfall vorbei und bestaunten die Wassermassen, die über die Steine hinabdonnerten.

Leider war es dann schon wieder an der Zeit, uns auf den Rückweg zu machen. Die Zeit war eindeutig viel zu schnell vorbei gegangen. Weil wir die Golden Bay zuerst gar nicht auf unserem Radar gehabt hatten, waren wir schlussendlich mehr als froh, dass wir den Tagesauflug dorthin gemacht haben.

Christchurch

Nach diesen zwei wunderbaren Tagen im Norden der Südinsel fuhren wir ein gutes Stück die Ostküste hinunter und machten den nächsten grösseren Halt erst in Christchurch. Die Stadt wurde 2010 und 2011 von grösseren Erdbeben heimgesucht, deren Auswirkungen auch heute noch deutlich sichtbar sind. Eine Gedenkstätte mit 185 weissen Stühlen erinnert an alle Todesopfer des Erdbebens von 2011. Direkt daneben steht die Cardboard Cathedral. Sie wurde als Übergangskathedrale aufgebaut, weil die „richtige“ Kathedrale von Christchurch beim Beben von 2011 komplett beschädigt wurde.

Bei unserem Spaziergang durch die Innenstadt sahen wir enorm viele Baustellen. Daneben entdeckten wir aber auch schon einige sehr moderne Gebäude, die in den letzten Jahren aufgestellt worden sind. Wir sind sehr gespannt, wie sich diese Stadt weiterentwickeln wird und hoffen natürlich sehr, dass sie in Zukunft von schlimmen Beben verschont bleibt.

Nach ein paar schönen Tagen im Norden der Südinsel und dieser eindrücklichen Stadtbesichtigung in Christchurch führt unser Weg nun weiter Richtung Süden. Als nächstes Ziel steuern wir das Gebiet des Mt Cook, des höchsten Berges von Neuseeland, an, und werden dort hoffentlich eine weitere schöne Wanderung in Angriff nehmen können.

Oh du schöne Südinsel… – Part 1
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