Unsere Reise nach Neuseeland begann mit einer kleinen Verzögerung. Wir hatten einen Nachtflug von Melbourne nach Auckland gebucht, der gegen Mitternacht hätte losfliegen sollen. Aufgrund von Wartungsarbeiten bei Jetstar mussten jedoch alle Passagiere manuell eingecheckt werden. Diese Prozedur zögerte sich endlos hinaus, sodass wir schlussendlich erst morgens gegen zwei Uhr abfliegen konnten… Nach einer kurzen Nacht mit wenig Schlaf waren wir deswegen enorm froh, dass wir in Auckland bei Andreas ehemaliger Arbeitskollegin Jessica und ihrer Familie Unterschlupf fanden. So konnten wir uns bei ihnen zu Hause ein wenig erholen, bevor wir gegen Abend dann noch das Chinesische Lantern Festival auskundschafteten. Das Festival auf dem nahe gelegenen Auckland Domain Gelände bot hübsche Laternen, Aufführungen verschiedener Künstlergruppen und natürlich viel leckeres Essen.

Strände an der Westküste Aucklands

Von Auckland aus machten wir mehrere schöne Tagesausflüge zu verschiedenen Stränden an der Westküste. Das Besondere an diesen Stränden ist, dass sie alle schwarzen Sand haben. Grund dafür sind die vielen Vulkane, die es hier gibt, und die den Sand durch ihre Aktivität verfärben.

Enorm schön war beispielsweise der Ausflug zum Bethells Beach. Wir liefen über eine riesige Sanddüne zum Lake Wainamu und genossen dort ein erfrischendes Bad. Auch der Piha Beach mit seinem Lion Rock war toll. Vom Felsen aus hatten wir eine super Aussicht auf den Strand und die erstaunlich grüne Umgebung. Dieser Farbmix, den Neuseeland zu bieten hat, ist sowieso einmalig. Da liegt das blaue Meer mit dem schwarzen Sandstrand, und gleich dahinter folgt grüner Wald. Beim Karekare Beach erkundeten wir zudem noch einen Wasserfall. Nur wenige Meter abseits der Strasse plätschert er einen grossen Felsen herunter, ein absolut sehenswerter Anblick!

Athenree und Karangahake Gorge

Wir hatten das Glück, dass wir gleich in der ersten Woche mit Jessica und ihrer Familie einen mehrtägigen Abstecher nach Athenree unternehmen konnten. In diesem kleinen Örtchen gut 2.5 Stunden südöstlich von Auckland wohnen die Eltern von Jessicas Partner. Von Athenree aus besuchten wir weitere schöne Strände sowie die Karangahake Gorge. Dort wurden früher verschiedene Rohstoffe abgebaut. Heutzutage kann man aber nur noch ein paar bauliche Überreste aus dieser Zeit besichtigen und mehrere Spaziergänge in der Schlucht machen. Manchmal führen die Pfade entlang der stillgelegten Eisenbahnstrecke durch Tunnels hindurch.

In Athenree entspannten wir uns einen Nachmittag lang in den Hot Pools. Das heisse Wasser für die beiden kleinen Schwimmbecken kommt aus einer natürlichen Quelle unter der Erde und wird direkt in die Becken gepumpt. Neben der Entspannung betätigten wir uns aber doch auch noch ein bisschen sportlich und erkundeten mit dem Kajak den Fluss, der durch das Gebiet fliesst.

Rotorua

Gut zwei Stunden südlich von Athenree liegt Rotorua. Dieser Ort ist vor allem wegen seiner geothermischen Aktivitäten sehr bekannt. Ausserdem wohnen immer noch einige Maoristämme (die Ureinwohner Neuseelands) in der Gegend. Wir entschieden daher, von Athenree aus einen Tagesausflug nach Rotorua zu machen und besuchten dort Whakarewarewa – The Living Maori Village. Ein Guide führte uns in diesem kleinen Dorf herum und zeigte uns, wie der Maoristamm dort lebt und sich diese heissen Quellen zu Nutze macht. So garen die Einwohner beispielsweise ihr Essen unter der Erde oder baden, natürlich wenn keine Touristen dort sind, in ihren Hot Pools. Sehr lecker war der Mais, den wir degustieren konnten. Er war über längere Zeit im Dampf gegart worden und schmeckte vorzüglich 🙂 Vom Dorf aus konnten wir zudem beobachten, wie zwei nahe gelegene Geysire ausbrachen. Der grössere dieser Geysire kann das heisse Wasser bis zu 40 Meter in die Höhe schiessen, ein spektakulärer Anblick. Bei einer kulturellen Aufführung wurden uns am Schluss auch noch einige Lieder sowie der berühmte Kriegstanz der Maori, der Haka, präsentiert. Alles in allem war es deswegen ein sehr spannender Ausflug nach Whakarewarewa. Besonders beindruckt hat uns die Art und Weise, wie die Maori die geothermischen Aktivitäten zu nutzen wissen und im Einklang mit der Natur dort wohnen.

In Rotorua spazierten wir anschliessend noch ein bisschen im Kuirau Park herum. Auch dort kann man an vielen Orten beobachten, wie heisser Dampf aus der Erde steigt und Schlamm vor sich hin brodelt. Der einzige Nachteil an all diesen geothermischen Aktivitäten ist, dass es überall nach Schwefel respektive nach faulen Eiern stinkt 🙂 Aber ansonsten hat sich dieser Ausflug nach Rotorua definitiv gelohnt!

Auto gesucht

Zurück in Auckland war es an der Zeit, unsere Weiterreise in Neuseeland zu planen. Lange hatten wir überlegt, welches die beste und günstigste Variante wäre, um die beiden Inseln zu erkunden. Schlussendlich entschieden wir, uns einen kleinen Van zu kaufen, der mit einem Bett und Küchenutensilien ausgestattet ist. Diese Variante ermöglicht uns, völlig unabhängig und in unserem eigenen Tempo weiterzureisen. Da sehr viele Backpacker ebenfalls auf diese Art und Weise in Neuseeland herumreisen, war unser Vorhaben zum Glück keine Mission impossible. Denn online findet man solche umgebauten Autos fast schon wie Sand am Meer. Zwei Tage lang waren wir damit beschäftigt, verschiedene Autos zu besichtigen, bis wir schliesslich ein aus unserer Sicht passendes Gefährt fanden. Nachdem es in einer Autogarage noch auf Herz und Nieren geprüft und teilweise repariert worden war, stand unserem Road Trip nichts mehr im Wege. Der Autokauf hat uns zwar viel Zeit und momentan auch einiges an Geld gekostet. Aber wir hoffen, dass sich dieser Einsatz schlussendlich ausbezahlen wird und wir das Auto zu einem fairen Preis wieder weiterverkaufen können.

Die nächsten Wochen werden wir nun also mit „Sheepy“, unserem weissen Toyota Estima, die Nord- und die Südinsel unsicher machen. Wir sind gespannt, welche Erlebnisse auf uns warten und freuen uns, euch in weiteren Blogs darüber berichten zu können.

Kia Ora in Neuseeland
Tagged on:                                                                                             

2 thoughts on “Kia Ora in Neuseeland

  • 20/03/2018 at 14:45
    Permalink

    Hallo ihr zwei Weltenbummler
    Es ist immer schön, von euch zu lesen, die tollen Bilder zu bewundern und zu hören, dass es euch gut geht und ihr euer Abenteuer geniesst! Wir wünschen euch weiterhin viel Spass bei unvergesslichen Erlebnissen.
    Liebe Grüsse
    Madlen und Family

    Reply
    • 21/03/2018 at 07:02
      Permalink

      Liebe Madlen, das ist ganz lieb, vielen herzlichen Dank! Ja, wir sind auch sehr froh, dass wir bisher ein sooo super Reisli hatten und hoffen fest, dass es so weitergeht… Und wir freuen uns riesig, dass ihr uns so aktiv dabei verfolgt und wir immer mal wieder etwas von euch hören! Wir hoffen sehr, dass es euch ebenfalls gut geht und senden euch ganz liebe Grüsse aus Neuseeland! Andrea und Patrick

      Reply

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.