Zwischen Weihnachten und Neujahr verbrachten wir ein paar Tage auf Ilha Grande. Die Insel liegt nur gut vier Stunden südlich von Rio de Janeiro und ist bequem per Bus und Fähre erreichbar. Leider waren wir bei Weitem nicht die einzigen, welche die Idee gehabt hatten, ein paar gemütliche Tage auf Ilha Grande einzulegen. Die Insel ist auch bei den Brasilianern selber ein enorm beliebtes Reiseziel, was wir doch deutlich zu spüren bekamen. Denn wir fanden zwar ein paar ganz schöne Fleckchen, mussten diese aber meistens mit vielen anderen Leuten teilen.

Ankunft in Vila do Abraão

Die Insel ist relativ übersichtlich aufgebaut. Da auf Ilha Grande keine Autos zugelassen sind (ausser der Ambulanz, der Müllabfuhr und der Feuerwehr), gibt es auch nicht allzu viele Strassen und Dörfer. Die meisten Bewohner leben in Vila do Abraão, dem Hauptort der Insel. Von dort aus fahren die Boote an die entlegeneren Orte auf Ilha Grande. Unser Hostel war ebenfalls in Vila do Abraão. Und zwar direkt an der Hauptstrasse gegenüber des Steges, an welchem alle Boote anlegen. So hatten wir jeweils einen ultrakurzen Nachhauseweg, wenn wir von einem Bootsausflug zurückkamen. Obwohl die Lage perfekt war, können wir sonst nicht allzu viel Positives über das Hostel berichten. Wir würden es auch nicht weiterempfehlen. Aber wir hatten die Unterkunft leider erst relativ spät gebucht und da wir, wie schon erwähnt, nicht die einzigen waren, welche zwischen Weihnachten und Neujahr auf Ilha Grande entspannen wollten, standen nicht mehr allzu viele preiswerte Unterkünfte zur Auswahl.

Der Blick vom Hostel aus auf den Hafen.

Wenn ein Kreuzfahrtschiff anlegt…

… dann wird die sonst schon gut besuchte Ilha Grande mit zusätzlich rund 2000 – 3000 Tagestouristen geflutet. Schön, dass wir dies erst am entsprechenden Tag beim Frühstück erfuhren, als wir draussen vor der Küste einen Riesendampfer entdeckten. Da wir für diesen Tag eine Bootstour eingeplant hatten, standen wir vor der schwierigen Entscheidung, diese wieder abzusagen, oder uns mit vielen anderen Touristen auf ein Boot zu quetschen. Wir entschieden uns tatsächlich für die zweite Option. Ausschlaggebend war jedoch einzig und allein, dass es auf dem Boot während der ganzen Fahrt Caipirinha umsonst gab. Das machte die Horde Leute um uns herum einigermassen erträglich. 😀

Mit Caipirinha umsonst ist alles besser… 😉

Der Ausflug war entsprechend ganz ok, aber auch nicht mehr. Wir steuerten die Laguna Azul, sowie zwei Strände an, wo wir jeweils kurz ins Wasser hüpfen und uns abkühlen konnten. Das klingt zwar grundsätzlich gut, macht aber deutlich weniger Spass, wenn noch 200 andere Leute mit ihren Poolnudeln um dich herumplantschen… Aber immerhin bekamen wir dank der Bootstour ein paar andere Teile von Ilha Grande zu sehen.

Lopes Mendes – ein wahrer Traumstrand

Einer der wohl schönsten Strände auf Ilha Grande ist der Praia Lopes Mendes. Er ist mehrere Kilometer lang, was die riesige Menschenmasse, die jeden Tag dorthin pilgert, erstaunlich gut verteilt. Von Vila do Abraão aus verkehren Taxiboote, die bis zum Praia do Pouso fahren. Die Boote können auf Grund des hohen Wellenganges nicht direkt beim Praia Lopes Mendes anlegen. So muss die kurze, 20-minütige Strecke zwischen dem Praia do Pouso und dem Praia Lopes Mendes noch zu Fuss zurückgelegt werden. Belohnt wird man aber mit einem traumhaften Strand und einem wunderbar klaren, türkisfarbenen Meer. Dank des Dschungels, der direkt bis an den Strand kommt, findet man unter den Bäumen auch ein Plätzchen am Schatten, worüber wir sehr froh waren.

Dois Rios – ein einsames Paradies

Den vermutlich besten, aber auch anstrengendsten Ausflug auf Ilha Grande machten wir zum Dois Rios Strand. Er ist grundsätzlich nur zu Fuss erreichbar, oder dann mit einem sehr teuren Taxiboot, von welchen aber nicht viele verkehren. Das bedeutet, dass sich zum Glück nur wenige Leute dorthin verirren, was wir sehr toll fanden. 🙂 Für den Hin- und den Rückweg brauchten wir je zwei Stunden. Die Strecke war nicht sonderlich herausfordernd, aber wir gerieten trotzdem arg ins Schwitzen, da der Weg jeweils eine Stunde lang bergauf und dann wieder eine Stunde lang bergab ging. So störte es uns definitiv nicht, dass es auf dem Rückweg die meiste Zeit leicht regnete. Aber die kleine Wanderung hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Der Strand war nämlich paradiesisch schön. Klares, türkisfarbenes Wasser, kaum Menschen, feiner Sand – einfach wunderbar! Wir genossen unsere Zeit dort in vollen Zügen.

Skandal!!! Neben den zulässigen motorisierten Fahrzeugen auf Ilha Grande (Ambulanz, Feuerwehr und Müllabfuhr), überholte uns auf dem Weg zum Dois Rios Strand doch tatsächlich ein Bus!

  

Dank den beiden tollen Stränden Lopes Mendes und Dois Rios zogen wir schlussendlich ein positives Fazit zu unserem Besuch auf Ilha Grande. Da wir genau während der brasilianischen Sommerferien und zwischen Weihnachten und Neujahr dort waren, mussten wir damit rechnen, dass wir nicht die einzigen auf der Insel sein würden. 😉 Nach den fünf Tagen auf Ilha Grande ging es für uns zurück nach Rio de Janeiro, um dort Silvester zu feiern. Anschliessend fuhren wir per Bus nach São Paulo, wo wir einen ehemaligen Schulkollegen von Andrea besuchten.

Ilha Grande – super Strände, aber viele Touristen
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