Waitomo Caves

Mit unserem neuen Weggefährten Sheepy, unserem gekauften Auto, ging unsere Neuseelandrundreise Richtung Süden los. Als erstes Ziel steuerten wir die Waitomo Caves an. Diese Höhlen sind sehr bekannt, weil sie das Zuhause von Millionen von Glühwürmchen sind. Andrea wollte diesen Tierchen sehr gerne einen Besuch abstatten. Patrick hingegen sehnte sich eher nach ein bisschen Action. Was für ein Glück also, dass es ganz viele Touren gibt, die beide Sachen kombinieren. So buchten wir die Black Water Rafting Tour, welche uns sowohl zu den Glühwürmchen brachte, aber auch aktivere Elemente wie Rafting oder Abseilen beinhaltete. Nachdem wir vom Tourveranstalter ausreichend über die Sicherheitsstandards informiert und entsprechend ausgerüstet worden waren, konnte es losgehen. Da es keine Treppe oder einen Weg für den Abstieg gab, mussten wir uns abseilen. Das war bereits ein erstes kleines Highlight dieser Tour, weil wir das noch nie zuvor gemacht hatten. So gelangten wir durch einen knapp 30 Meter tiefen Spalt in das weitverzweigte Höhlensystem. In der Höhle drin wateten wir zuerst mit Gummireifen ausgerüstet ein Stück in die Finsternis hinein. Als wir unsere Stirnlampen ausgemacht hatten, strahlten uns aus der Dunkelheit tausende von Glühwürmchen entgegen. Es war ein extrem schöner Anblick, fast so, wie wenn man in den Sternenhimmel schauen würde. Unser Guide erzählte uns einige interessante Facts zu den Tierchen. Spannend ist zum Beispiel, dass die Glühwürmchen, wenn sie ausgewachsen sind, nur ganz wenige Tage lang leben. Sobald sich die Männchen fortgepflanzt haben, ist ihr Daseinszweck auf der Erde auch schon wieder erfüllt. Bei den Weibchen dauert es noch ein kleines bisschen länger, bevor auch sie sich ins Jenseits verabschieden. Sie sterben erst, sobald sie ihre Eier abgelegt haben.


Im Anschluss hüpften wir in unsere Gummireifen und liessen uns mit der leichten Strömung durch die Höhle treiben. Meistens geschah dies in der Finsternis, weil wir unsere Stirnlampen ausgeschaltet liessen, um weitere Glühwürmchen zu beobachten. Aber weil der kleine Fluss nur eine geringe Strömung hatte, war unser Tempo sehr gemächlich. Sehr zum Missfallen von Patrick, der sich ein bisschen mehr Action gewünscht hätte… Nach gut drei Stunden im Höhlensystem war es dann leider auch schon wieder an der Zeit, an die Erdoberfläche zurückzukehren. Um wieder nach oben zu gelangen, mussten wir die anfangs erwähnten 30 Meter, natürlich gesichert, wieder hochklettern. Zurück an der Oberfläche genossen wir primär einmal den Sonnenschein und später noch eine heisse Suppe. Denn nach den drei Stunden im kalten Wasser konnten wir gut etwas Wärmendes vertragen. Der Ausflug in die Waitomo Caves hat sich auf jeden Fall gelohnt und hat uns enorm Spass gemacht.

 

Tongariro Alpine Crossing

Gleich am nächsten Tag stand für uns eine der berühmtesten Wanderungen Neuseelands auf dem Programm. Der Tongariro Alpine Crossing gehört zu den «Great Walks» und zählt anscheinend sogar zu den besten Tageswanderungen der Welt. Wir wollten uns natürlich wie immer selber davon überzeugen, ob diese Lorbeeren auch wirklich verdient sind. Deswegen machten wir uns – zusammen mit tausenden von anderen Leuten – auf die 19.4 Kilometer lange Strecke. Ihr habt richtig gelesen, ausser uns waren an diesem Samstag bestimmt noch mehrere tausend andere Wanderer unterwegs. Obwohl wir bezüglich der Beliebtheit der Wanderung vorgewarnt worden waren, trauten wir anfangs kaum unseren Augen. Es war unvorstellbar, wie viele Leute unterwegs waren. Man konnte wirklich von einer regelrechten Massenwanderung sprechen. Erst auf den letzten zwei Kilometern nahm der Menschenstrom etwas ab und es gab kurze Momente, wo wir keine anderen Leute direkt vor oder hinter uns sahen.

Glücklicherweise lenkte uns die Landschaft etwas von den vielen Menschen ab, denn diese war fantastisch! Und vor allem auch sehr abwechslungsreich, genauso wie das Wetter. Anfangs marschierten wir entlang grüner Wiesen mit kleinen Bächen. Später ging es steil die Flanke eines Vulkanes hoch, bis wir den höchsten Punkt, den Red Crater, erreicht hatten. Von dort oben hatten wir eine grossartige 360° Aussicht auf den ganzen Nationalpark. Sehr schön waren die vielen Seen, die zum Teil in herrlichem Smaragdgrün schimmerten. Ab und zu stieg uns auch der vertraute Schwefelgeruch, mit dem wir schon in Rotorua Bekanntschaft gemacht hatten, wieder in die Nase. Denn die Vulkane, auf denen wir wanderten, sind keineswegs erloschen, sondern immer noch aktiv, auch wenn sie schon lange nicht mehr ausgebrochen sind. Immer wieder beobachteten wir Dampfschwaden, die aus Felsspalten austraten und die Umgebung für kurze Momente einhüllten.
Als wir glücklich, aber doch auch etwas erschöpft, im Ziel ankamen, konnten wir ohne Zweifel bestätigen, dass dies eine der spektakulärsten Wanderungen ist, die wir je gemacht haben. Wer Neuseeland besucht, sollte den Tongariro Alpine Crossing deswegen unbedingt einplanen!

 

Nach diesen beiden enorm tollen Abendteuern steuern wir als nächstes Wellington an, die Hauptstadt von Neuseeland. Wir freuen uns auf ein paar Tage in der Stadt, von wo aus wir dann auch die Fähre auf die Südinsel nehmen werden.

 

Höhlenabenteuer und Vulkanwanderung
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2 thoughts on “Höhlenabenteuer und Vulkanwanderung

    • 10/04/2018 at 07:28
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      Thank you so much! We also really love your videos, they’re sooo much fun! 😀 Hope to see you again somewhere around the world, that would be awesome! Take care dear friends, Andrea & Patrick

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