Unser zweiwöchiger Aufenthalt in Melbourne war geprägt von vielem, seeehr vielem Tennis 😀 Die Hälfte aller Tage verbrachten wir auf den verschieden Courts und Stadien des Melbourne Parks. Ansonsten waren wir meistens irgendwo vor einem Bildschirm und verfolgten das Geschehen auf den Tennisplätzen aus der Ferne. Da wir 2011 schon einmal in Melbourne gewesen waren und damals bereits viele Ausflüge unternommen hatten, lag unser Fokus bei diesem Besuch wirklich hauptsächlich auf dem Australian Open.

Weil unser Flug von Perth nach Melbourne um zwei Uhr in der Früh ankam, verbrachten wir die erste Nacht in Melbourne am Flughafen. Zusammen mit erstaunlich vielen anderen Passagieren versuchten wir auf einer leicht unbequemen Fensterbank etwas Schlaf zu finden. Da um vier Uhr allerdings bereits wieder das Check-in startete, das gleich neben unserem Schlafplatz lag, blieb es hauptsächlich beim Versuch. So zogen wir dann irgendwann weiter Richtung Burger King (oder zum Hungry Jack, wie er hier in Australien heisst), und tranken dort fleissig heisse Schokolade. Gegen Mittag machten wir uns dann auf den Weg zum Terminal 1. Dort nahmen wir zwar völlig übermüdet, aber voller Freude Daniel, einen guten Freund aus Eglisau, in Empfang. Wir hatten ihn bereits in Westaustralien zwei Mal getroffen. Nun verbrachten wir mit ihm die nächsten zwei Wochen in einem Airbnb im Stadtzentrum.

Für die erste Woche des Australian Open hatten wir einen Ground Pass gekauft. Damit konnten wir an fünf beliebigen Tagen auf allen Courts ausser der Margaret Court Arena und der Rod Laver Arena so viel Tennis schauen wie wir wollten. Natürlich spielten die Topcracks hauptsächlich in diesen beiden Stadien. Trotzdem bekamen wir einige Stars und viele gute Tennismatches zu Gesicht. So waren wir unter anderem bei Stan Wawrinkas erstem Spiel dabei und sahen Belinda Bencic, Angelique Kerber, Nick Kyrgios oder Dominic Thiem. Daneben erfreuten wir uns aber auch an der Möglichkeit, weniger namhafte Partien auf kleinen Courts mitzuerleben. Diese fast schon familiäre Atmosphäre war sehr speziell. Und wann bekommt man sonst schon die Gelegenheit, den jungen Schweizer Nachwuchshoffnungen zuzuschauen und dabei neben Heinz Günthardt zu sitzen? 🙂

Wir machten uns deswegen jeden Tag früh auf den Weg zur Anlage, welche jeweils um 10 Uhr öffnete. Schliesslich wollten wir uns für die Topspiele des Tages auch die besten Plätze ergattern. Wichtig war vor allem, dass sie im Schatten lagen, denn das Wetter meinte es gut mit dem Australian Open. Nicht selten stieg das Thermometer auf über 35 Grad an. Die Spiele auf den Aussencourts dauerten zum Teil bis weit in die Nacht hinein. Das bedeutete für uns häufig lange Tage mit viel Tennis und wenig Schlaf. Trotzdem genossen wir die ganze Stimmung und die vielen spannenden Matches.

Das Wochenende war für uns dann fast schon eine tennisfreie Zeit. Am Samstag wechselten wir die Sportart und besuchten einen Cricketmatch im Melbourne Cricket Ground (MCG), einem der grössten Stadien der Welt mit über 100’000 Plätzen. Die Melbourne Stars spielten gegen die Sydney Thunder. Das Spiel selber riss uns nicht wirklich vom Hocker. Vermutlich lag das vor allem daran, dass wir uns bisher kaum mit Cricket beschäftigt hatten und uns deswegen auch (noch) nicht für diese Sportart begeistern konnten. Das Tolle an diesem Abend war jedoch, dass uns neben Daniel auch noch Laura begleitete. Sie spielt in der Schweiz mit Andrea im gleichen Volleyballteam und war zufälligerweise zur gleichen Zeit in Melbourne wie wir, was uns die Gelegenheit gab, sie ein paar Mal zu treffen.

Zu viert ging es am Sonntag dann auch an den Strand von St. Kilda, wo wir einen Nachmittag lang Beachvolleyball spielten. Es tat gut, nach fast vier Monaten ohne Volleyballtraining wieder einmal ein bisschen im Sand herumzuhechten.

In der zweiten Woche des Australian Open ging es für uns am Dienstag und am Mittwoch nochmals zurück aufs Tennisgelände. Dieses Mal hatten wir für alle 1/4-Final-Spiele Tickets für die Rod Laver Arena gekauft, dem grössten Stadion der Anlage. Wir sassen zwar an beiden Tagen jeweils in den oberen Etagen, aber auch von dort aus hatten wir eine gute Sicht auf den Platz. So konnten wir nun endlich auch noch Roger Federer bei seinem Sieg gegen Tomas Berdych zujubeln und mit Rafael Nadal bei seiner Niederlage gegen Marin Cilic mitleiden.

Leider mussten wir uns am 26.1., am Australia Day, von Daniel verabschieden. Für ihn ging es zurück in die kalte Schweiz. Wir durften noch ein paar weitere Tage in Melbourne bleiben und mischten uns an jenem Abend ein bisschen unters Volk. Zusammen mit vielen tausend anderen Australiern bestaunten wir das grosse Feuerwerk bei den Docklands.

Bevor auch wir uns von Melbourne verabschieden mussten, verfolgten wir zusammen mit Laura am Sonntag noch den Final der Männer beim Public Viewing auf dem Federation Square. Unsere Zeit am Australian Open hätte nicht besser enden können, denn der GOAT (also natürlich nicht die Ziege, sondern der Greatest Of All Time ;-)), Roger Federer, holte doch tatsächlich seinen 20. Grand Slam Titel! Was für eine unglaubliche Leistung!

So bestiegen wir tags darauf zwar hundemüde, aber immer noch völlig euphorisiert, morgens um 05:30 Uhr den Skybus zum Flughafen. Für uns hiess es nach zwei Wochen Abschied nehmen von Melbourne. Weit geht die Reise allerdings nicht, denn unser nächster Halt wird Tasmanien, die Insel im Süden von Australien, sein. Uns beiden gefiel die Zeit in Melbourne sehr. Nicht nur wegen des Tennis und wegen des grandiosen Sieges von Federer, sondern auch, weil wir es eine tolle Stadt finden, die für alle etwas zu bieten hat.

Gerne möchten wir uns an dieser Stelle auch nochmals bei Daniel und Laura für die schöne Zeit bedanken, die wir mit ihnen hatten. Wir haben es sehr genossen, mit euch unterwegs zu sein, und freuen uns bereits jetzt aufs Wiedersehen in der Schweiz (oder wer weiss wo… ;-))

Federers Festspiele in Melbourne
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