Auf unserer Reise um die Welt waren wir bisher schon an vielen schönen Orten vorbeigekommen. Viele davon werden wir bestimmt für immer in guter Erinnerung behalten. Mittlerweile haben wir aber auch gemerkt, dass wir nicht mehr so schnell in Staunen versetzt werden wie auch schon. Stellt sich da vielleicht langsam eine gewisse Reisemüdigkeit ein? Das kann durchaus sein, und ist nach 15 Monaten unterwegs wohl auch ein Stück weit normal. Trotzdem gibt es immer noch ein paar Sehenswürdigkeiten, die wir vor der Rückkehr in die Schweiz unbedingt noch besichtigen möchten. Dazu gehört unter anderem der Salar de Uyuni, die grösste Salzwüste der Welt. Zu finden ist sie ganz im Südosten von Bolivien, an der Grenze zu Chile.

  

Anreise mit Verzögerung

Nach drei Tagen in Sucre fuhren wir mit dem Bus bis nach Uyuni. Die Stadt ist der wohl bekannteste und auch beliebteste Ausgangspunkt für Touren in die Salzwüste. Zu bieten hat sie allerdings nicht allzu viel, weshalb die meisten Touristen maximal einen Tag dort bleiben. Unser Bus hätte ursprünglich gegen Abend in Uyuni eintreffen sollen. Da wir aber unterwegs plötzlich durch eine (angebliche) Strassenblockade aufgehalten worden waren, und einen 2-stündigen Umweg fahren mussten, verzögerte sich die Ankunft etwas. Warum der Busfahrer von allen Passagieren 20 Bolivianos (ca. 3-4 CHF) einzog, als klar war, dass wir diesen Umweg würden fahren müssen, ist uns bis heute ebenso unklar, wie die Frage nach dieser ominösen Strassenblockade. Denn ob sie tatsächlich vorhanden war, wissen wir nicht. Aber der Busfahrer hat sich vermutlich ein nettes Trinkgeld dazuverdient. 😉 Immerhin sind wir schlussendlich wohlbehalten in Uyuni eingetroffen, was natürlich die Hauptsache ist.

Die Tour geht los!

Am nächsten Tag ging es endlich los mit unserer 3-tägigen Tour in den Salar de Uyuni. Wir hatten die Tour bei der Firma Salty Desert gebucht, die uns von einem anderen Schweizer Pärchen empfohlen worden war (nochmals vielen Dank an travel-starbie 😉 ). Für einen Aufpreis hatten wir uns auch noch einen englischsprachigen Guide geleistet. Unsere Spanischkenntnisse werden mittlerweile zwar von Tag zu Tag besser, aber reichen doch noch nicht ganz aus, um eine ganze Tour zu übersetzen. 😉 Zusammen mit zwei weiteren Pärchen, einem aus England und einem aus Schweden, sowie unserem Fahrer Abraham, setzte sich unser Jeep in Bewegung. Der englischsprachige Guide war zusammen mit dem 2. Teil unserer Gruppe in einem zweiten Jeep unterwegs. Den ersten Stopp auf der Tour legten wir schon nach knapp zehn Minuten ein, als wir den Cementerio de Trenes erreicht hatten, den Eisenbahnfriedhof.

 

Ein Friedhof für Eisenbahnen

Der Eisenbahnfriedhof befindet sich praktisch noch in Uyuni selber. Wir sind der Meinung, dass er wohl primär für die Touristen erhalten, respektive überhaupt kreiert worden ist. Aber das kann auch Spekulation sein. Auf jeden Fall sind die alten, ausrangierten Eisenbahnwaggons und die Lokomotiven ein wunderbares Fotosujet. Erst recht, wenn der Himmel darüber im schönsten Blau leuchtet und ein paar Schleierwolken einen hübschen Akzent setzen. 😀

 

Fotos, Fotos, Fotos

Bald darauf ging es dann so richtig los mit der Tour in den Salar de Uyuni. Wir fuhren im Laufe des Morgens ein gutes Stück in die Wüste hinein. Das Mittagessen wurde uns in einem ehemaligen Salzhotel serviert. Das ganze Gebäude war vor vielen Jahren einmal aus Salz erbaut worden, beherbergt heutzutage aber keine Übernachtungsgäste mehr. Am Nachmittag fand dann der wohl bekannteste Teil der Tour statt: das grosse Fotoshooting inmitten der Salzwüste. Vermutlich haben viele von euch schon einmal ein Foto gesehen, das im Rahmen eines solchen Fotoshootings entstanden ist. Auch wir haben natürlich fleissig Motive nachgestellt und unseren Spass dabei gehabt, mit den verzerrten Dimensionen zu spielen.

Lagunen und Vulkane soweit das Auge reicht

Der erste Tag im Salar de Uyuni ging mit einem schönen Sonnenuntergang zu Ende. Wir übernachteten in einem Salzhotel, das, wie schon das Gebäude beim Mittagessen, komplett aus Salz gebaut worden war. Die Unterkunft war ziemlich bescheiden, aber wir schliefen relativ gut und konnten einigermassen ausgeruht in den zweiten Tag der Tour starten. Dieser Tag beinhaltete vor allem ganz viele Stopps bei verschiedenen Lagunen. Wir waren viele Stunden im Jeep unterwegs und bewunderten die enorm eindrückliche Landschaft. Nicht nur die Lagunen waren wunderschön, auch die vielen Vulkane, die sich um uns herum erhoben, beeindruckten uns gewaltig. Bei den Lagunen durften wir wieder einmal Bekanntschaft mit Tieren machen, die wir bisher auf unserer Reise noch nie in der Wildnis angetroffen hatten: Flamingos! Gleich drei verschiedene Arten leben im Gebiet des Salar de Uyuni. Wir hatten grosse Freude, diesen eleganten Tieren für eine Weile zuzuschauen, vor allem in einer solch grossartigen Umgebung.

 

Es riecht nach faulen Eiern…

Obwohl wir an diesem zweiten Tag schon unglaublich viele wunderbare Orte besucht hatten, folgten noch zwei weitere Highlights. Bevor wir unser Quartier für die zweite Nacht bezogen, besichtigten wir ein paar Geysire. Die Luft war voll vom Gestank nach faulen Eiern. Da kam uns direkt der Besuch in Rotorua, in Neuseeland, wieder in den Sinn. Die Geysire sprühten vor allem Dampf in die Luft und verwandelten die ganze Gegend in eine neblige Wunderwelt. Es war aber unglaublich kalt, da wir uns auf ungefähr 4900 Metern über Meer befanden, und zudem ein unangenehmer Wind blies. Zurück im Jeep dauerte es eine geraume Weile, bis wir unsere steifgefrorenen Finger wieder spürten…

Was für ein Sternenhimmel!

Das letzte Highlight des Tages wartete nach dem Abendessen auf uns. Praktisch direkt neben der Unterkunft, in welcher wir übernachteten, befanden sich zwei Hot Springs. Obwohl die Temperaturen mittlerweile massiv gefallen waren und sich wohl im Bereich um den Nullpunkt herum bewegten, konnten wir es uns nicht nehmen lassen, in die heissen Quellen hineinzuhüpfen. Zwar grenzte es an reine Folter, die Badehose bei diesen Temperaturen an- und später wieder auszuziehen, aber immerhin wurden wir mit etwa 38 Grad warmem Wasser belohnt. Ausserdem erstreckte sich über uns einer der wohl grossartigsten Sternenhimmel, die wir bisher auf unserem Weltreisli gesehen hatten. Unbeschreibbar, wie viele Sterne wir erblickten. Da blieb uns für einen Moment tatsächlich die Spucke weg. Ein Beweisfoto können wir euch leider nicht liefern. Zum einen waren alle unsere Kameras im Hotel am Schlafen, zum anderen muss man einen solchen Himmel mit blossem Auge betrachten, nicht durch ein Foto. 😉

Und schon ist die Tour wieder vorbei 🙁 

Der dritte Tag unserer Tour startete leider ziemlich früh, aber dafür mit leckeren Pancakes zum Frühstück. An diesem Tag standen nicht mehr allzu viele Stopps auf dem Programm. Wir hatten noch ein gutes Stück Weg bis zur Grenze nach Chile vor uns. Auch an diesem dritten Tag durften wir nochmals einige Vulkane und ein paar Lagunen mit Flamingos bestaunen. Im Laufe des Morgens trafen wir dann bereits an der Chilenischen Grenze ein. Wir verabschiedeten uns von der Salty Desert Crew, welche zurück nach Uyuni fuhr. Unser englischsprachiger Tourguide hatte sich im Nachhinein leider als ziemliche Fehlinvestition entpuppt. Er hatte uns auf der gesamten Tour so gut wie nichts über die verschiedenen Sehenswürdigkeiten erzählt, und wenn wir ihn etwas gefragt hatten, hatte er nur äusserst merkwürdige Antworten gegeben. Auch sein Englisch war leider enorm schlecht. Da bekamen wir sogar mehr Infos auf Spanisch von unserem Fahrer. Dieser gab sich alle Mühe, uns zu unterhalten, weil er ebenfalls merkte, dass der andere Guide nichts taugte…

Grenzübertritt leicht gemacht

Nachdem unser Fahrer für uns auch noch die Ausreise aus Bolivien geregelt hatte, wurden wir mit einem neuen Bus bis zur Chilenischen Grenze gefahren. Die Grenzbeamten dort waren alle enorm locker drauf und scherzten sogar mit uns. Selten hatten wir bisher einen so angenehmen Grenzübergang erlebt. Zwar mussten wir wieder ein Einreiseformular ausfüllen und unsere Rucksäcke zur Inspektion öffnen, aber das Ganze lief völlig entspannt ab und bald sassen wir wieder im Bus, der uns bis nach San Pedro de Atacama brachte. An diesem Ort werden wir unsere beiden einzigen Tage in Chile verbringen, bevor es dann bereits weitergeht nach Argentinien.

Drei unvergessliche Tage im Salar de Uyuni
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4 thoughts on “Drei unvergessliche Tage im Salar de Uyuni

  • 23/12/2018 at 19:54
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    Danke für de cooli Bricht und für die geniale Föteli! Es isch immer wieder iidrücklich, was ihr alles gsehnd und erlebed.
    Wir wünsched eu von Herze ganz schöni, entspannti Wiehnacht!
    Liebi Grüess
    Madlen und Family

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    • 25/12/2018 at 14:56
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      Liebi Madlen, ja sehr gärn gscheh. Mir freued üs natürlich, wänn dir dä Blog gfalle hätt! Mir händ die Tour in Salar de Uyuni würkli absolut genial gfunde und chönd sie also jedem empfehle 😉 Mir wünsched eui äbefalls wunderschöni und erholsami Fäschttäg. Gnüsseds fescht und hebed eui Sorg! Ganz liebi Grüess a di ganz Familie, Andrea und Patrick

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  • 29/12/2018 at 11:51
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    Vielen Dank für die Erwähnung in eurem tollen Blog! Es freut uns sehr, dass euch die Tour mit Salty Desert auch so gefallen hat wie uns. Danke auch euch viel mals für eure wertvollen und praktischen Tipps während unserer Weltreise!
    Liabi Grüassli us Neuseeland

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    • 01/01/2019 at 16:02
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      Sehr gerne 🙂 Ja, die Tour war wirklich genial und wir sehr, sehr happy, dass wir sie machen konnten. Tipps geben wir euch jederzeit gerne, aber das wisst ihr ja schon 😉 Geniesst Australien für uns mit! Ganz liebe Grüsse aus Brasilien

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