Unsere Weltreise hatte uns bisher schon auf drei verschiedene Kontinente gebracht. Nach Asien, Australien und Nordamerika hängten wir nun einen weiteren an: Südamerika! Da wir beide noch nie in Südamerika gewesen waren, wussten wir nicht so genau, was uns erwarten sollte. Trotzdem freuten wir uns sehr auf diesen neuen Abschnitt unserer Reise. Als erstes Land für das Abenteuer Südamerika hatten wir uns Peru ausgesucht. Wie die meisten Touristen starteten auch wir in der Hauptstadt Lima.

Die ersten Tage in Lima

Unser Flug aus Fort Lauderdale kam erst spät am Abend in Lima an. Müde von der langen Reise, wollten wir deswegen so schnell wie möglich in unser Hostel. Nachdem die Einreise schnell und ohne Probleme geklappt hatte, schlug uns dann in der grossen Ankunftshalle allerdings ein etwas anderer Wind entgegen. Wie die Geier stürzten sich unzählige Taxifahrer auf uns und wir wurden von allen Seiten auf Spanisch zugetextet. Nicht so einfach, in diesem Getümmel die Ruhe und den Überblick zu bewahren. Glücklicherweise hatten wir schon im Vorfeld einen Shuttelbus gebucht, der uns direkt vom Flughafen zum Hostel brachte. So konnten wir der Hektik relativ schadlos entfliehen, was wir in diesem Moment doch sehr angenehm fanden.

Die ersten Tage in Lima hatten wir bewusst noch nicht mit allzu viel Programm beladen. Wir wollten uns zuerst langsam an das neue Land und seine Kultur gewöhnen. Wir machten einige Spaziergänge durch den beliebten Stadtteil Miraflores und kümmerten uns um kleinere Dinge wie den Kauf einer SIM Karte oder die Planung der nächsten Tage. Häufig unterschätzt man, dass solche Sachen ebenfalls einige Zeit in Anspruch nehmen. Vor allem, wenn der Kauf der SIM Karte nur auf Spanisch möglich ist, und wir dafür auch noch über eine Stunde anstehen mussten. 🙂 Spektakulär war in diesen ersten Tagen ganz sicher Patrick’s Besuch beim Friseur. Nach über neun Monaten wurden seine Goldlöckchen abgeschnitten!!! Es nimmt uns ja schon Wunder, ob die Besitzer des Friseursalons mit den Locken gleich eine Perücke gemacht haben… 😀

Auf Erkundungstour in verschiedenen Stadtteilen

Nachdem wir den Stadtteil Miraflores schon ausgiebig auf eigene Faust erkundet hatten, beschlossen wir, uns für weitere Stadtteile jeweils einer Free Walking Tour anzuschliessen. Die eine führte uns nach Downtown Lima, die andere ins Künstlerviertel Barranco. Beide Touren wurden von kompetenten Guides geleitet und waren unterhaltsam. Auch wenn diese Free Walking Tours nicht wirklich gratis sind, weil der Guide am Schluss ein Trinkgeld erwartet, finden wir sie eine gute Möglichkeit, neue Städte gerade zu Beginn eines Aufenthalts mit etwas Unterstützung von Einheimischen zu erkunden. Denn die Guides verfügen immer über wertvolle Informationen, über die wir schon einige Male froh gewesen sind. In Downtown Lima gefiel uns vor allem der Plaza de Armas. Er ist von schönen Gebäuden, darunter dem Präsidentenpalast und der Kathedrale von Lima, umgeben und sehr gepflegt. Toll fanden wir vor allem, dass wir noch dem Wechsel der Wachen vor dem Präsidentenpalast zuschauen konnten. In Barranco führte uns der Guide dann an vielen Wandmalereien vorbei, die im ganzen Stadtteil omnipräsent sind. Auch ein paar hübsche Strassen, Plätze und Parks bekamen wir zu sehen.

Bootstour zu Seelöwen und Pinguinen in Paracas 

Als wir uns in Lima ein paar Tage lang an das neue Land gewöhnt hatten, wagten wir uns auf eine erste Tour. Mit Peru Hop, einem landesweit bekannten Busunternehmen, waren wir insgesamt drei Tage unterwegs. Der erste Tag war durch eine lange Fahrt nach Paracas geprägt. Wir besuchten unterwegs die Hacienda San Jose in Chincha, auf der im 17. Jahrhundert über 1000 Sklaven aus Afrika gehalten wurden. Am zweiten Tag machten wir zuerst eine Bootstour zu den Islas Ballestas. Sie liegen eine gute halbe Stunde vor der Küste und werden von unzähligen Meerestieren und Vögeln bewohnt. Wir freuten uns vor allem, als wir ein paar Pinguine zu Gesicht bekamen, die den Hügel hinabwatschelten. Auch viele Seelöwen tummelten sich auf den Felsen. Leider konnten wir die Inseln nicht betreten, aber auch vom Boot aus war es unterhaltsam, die Tiere zu beobachten. Glücklicherweise entleerte sich keiner der vielen Vögel, die über unseren Köpfen kreisten, zur falschen Zeit. 😀 Zurück auf dem Festland ging unsere Tour noch weiter ins Naturreservat von Paracas. Dort sahen wir ein paar schöne Küstenabschnitte, die uns ein Stück weit an die Great Ocean Road in Australien erinnert haben.

Sandboarding in Huacachina

Von Paracas aus ging die Tour weiter nach Huacachina. Dabei handelt es sich um eine kleine Oase inmitten riesiger Sanddünen. Was vor einigen Jahren sicher noch ein hübscher Ort war, ist heute hauptsächlich eine verbaute Touristenhochburg. Die meisten Touristen kommen nach Huacachina, um dort Sandboarden zu gehen. Man kann sich das wie Snowboarden vorstellen. Nur hat man anstelle von Schnee Sand unter dem Brett. Mit dem Sandboarden verbunden ist meistens eine Spritzfahrt in einem Sandbuggy durch die riesigen Sanddünen. Die Fahrer drücken gerne mal aufs Gas und kurven auch steile Abhänge hinunter, sodass man sich fast schon auf einer Achterbahn wähnt. Auch wir hatten unseren Spass dabei und fanden noch Tage später Sand an den unmöglichsten Stellen. Trotzdem fanden wir es schade, dass die Oase mittlerweile so verbaut ist. An einigen Stellen in den Dünen liegt Abfall am Boden, um den sich niemand schert. Von einem nachhaltigen Tourismus kann hier deshalb nicht wirklich gesprochen werden. Wir hoffen sehr, dass sich das in Zukunft ändern wird.

Flug über die Nazca-Linien

Das wohl grösste Highlight unserer 3-tägigen Tour mit Peru Hop erwartete uns in Nazca. Dort findet man die berühmten Nazca-Linien. Es handelt sich dabei um sogenannte Scharrbilder, die vermutlich vor über 2000 Jahren geschaffen wurden. Das Besondere an den Linien und Figuren ist, dass man bis heute nicht genau weiss, wie sie entstanden sind und was für eine Bedeutung sie haben. Richtig ersichtlich werden sie nämlich erst, wenn man sie aus der Höhe betrachten kann. Da vor 2000 Jahren aber kaum Flugzeuge oder andere Flugobjekte im Einsatz waren, wird bis heute darüber gerätselt, wie die Figuren so präzise geschaffen werden konnten. Insgesamt gibt es im Gebiet von Nazca und Palpa über 1500 Scharrbilder, die bis heute entdeckt wurden. Wir sind gespannt, ob ihre wahre Bedeutung irgendwann einmal aufgeklärt werden kann.

Da wir uns diese Linien gerne selber anschauen wollten, buchten wir uns einen Flug. Ein kleines Propellerflugzeug nahm uns mit in die Luft, und wir konnten während rund 25 Minuten mehrere eindrückliche Figuren betrachten. Einfach unvorstellbar, wie diese vor so langer Zeit geschaffen werden konnten! Der Ausflug war aus unserer Sicht deswegen wirklich sehr lohnenswert. Der Pilot gab sich grösste Mühe, dass alle Passagiere einen guten Blick auf die Figuren bekamen. Er drehte immer wieder ab und steuerte alle Figuren zwei Mal an, einmal für die linke Seite, einmal für die rechte. Nur Andrea ging es bei diesen Flugmanövern nicht besonders gut, da sich ihr Magen in den scharfen Kurven alles andere als wohl fühlte… 🙂

(Um die Figuren besser zu erkennen, einfach auf das entsprechende Bild klicken.)

Ab in die Berge!

Unser Start in Peru ist nach den Tagen in Lima und dieser dreitägigen Tour also gut geglückt. Wir haben uns langsam an das neue Land und seine Sitten gewöhnt. Es dürfte aus unserer Sicht zwar noch etwas wärmer werden, aber ansonsten sind wir froh, dass bis jetzt alles so gut geklappt hat. Als nächstes Ziel steuern wir den Ort Huaraz an. Er liegt in den Bergen und dient als Ausgangspunkt für viele Wanderungen in der Cordillera Blanca, einem Teil der peruanischen Anden. Mal schauen, wie gut wir den Wechsel von Meereshöhe auf über 3000 Meter über Meer schaffen werden… 🙂

Bienvenido a Perú!
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2 thoughts on “Bienvenido a Perú!

  • 20/10/2018 at 16:03
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    Oh, Nazca tolle Erinnerungen 😉 liegt da wohl noch meine Pizza, die ich damals nach dem Flug hinlegte;) enjoy it!!! und unbedingt Pisco sour probieren…. yummie

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    • 20/10/2018 at 16:33
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      Gäll, äs isch sehr idrücklich det! Händ gar nid gwüsst, dass du au mal det gsi bisch… Haha d’Andrea hetti also würkli fascht ä zweiti Pizza zu dinere ane gleit 🙂 🙂 Das mached mer, danke! Und än Pisco sour hämmer natürlich au scho probiert… Sind aber immer na uf dä Suechi nach äm beschte… 😉

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