Wer nach Belize reist, sollte sich schon vor Beginn seines Aufenthalts ein ganz wichtiges Motto verinnerlichen: „Go Slow!“. Denn in wohl keinem anderen Land, das wir bisher besucht hatten, traf dieser Spruch mehr zu als in Belize. Für unseren kurzen Aufenthalt im kleinen Staat an der Ostküste Mittelamerikas hatten wir uns zwei Destinationen ausgesucht: Die Insel Caye Caulker und San Ignacio im Landesinnern.

Die Einreise nach Belize

Die Anreise nach Belize war relativ unkompliziert, aber zeitaufwändig. Von Playa del Carmen aus fuhren wir mit dem Bus bis nach Chetumal, die letzte Stadt in Mexiko vor der Grenze nach Belize. Diese Fahrt dauerte etwa sechs Stunden. Ein Taxi brachte uns vom Busbahnhof bis zum Hafen, wo wir auf ein Wassertaxi umstiegen. Die formelle Ausreise aus Mexiko konnten wir direkt am Pier beim Grenzbüro erledigen. Die Überfahrt nach Belize dauerte dann weitere zwei Stunden, bis wir schliesslich in San Pedro, einer Nachbarinsel von Caye Caulker, eintrafen. Dort wurde die Einreise nach Belize geregelt. Alle Passagiere des Wassertaxis mussten in Einerkolonne vor dem Schalter anstehen und zwei Einreiseformulare ausfüllen. Der erste Grenzbeamte prüfte kurz unseren Pass, warf einen Blick auf die Formulare und schickte uns direkt weiter zur Gepäckkontrolle. Auch diese lief sehr schnell ab, da die Dame lediglich wissen wollte, ob wir Nahrungsmittel dabei hätten. (Hatten wir, aber nichts Verbotenes… 😉 ). Zuletzt mussten wir dann noch zu einem weiteren Schalter, der uns unter dem Decknamen „Facility Fee“ Geld abknüpfte. Als wir den Betrag abgeliefert hatten, durften wir endlich nach Belize einreisen. Es war geschafft!

Go Slow auf Caye Caulker

Unseren ersten Stopp in Belize legten wir auf Caye Caulker ein. Die Insel liegt rund 45 Minuten vom Festland entfernt im Karibischen Meer und ist unter anderem bei Tauchern und Schnorchlern sehr beliebt, also perfekt für uns. Leider findet man auf Caye Caulker keine richtigen Sandstrände. Zum Glück gibt es aber viele Plätze, welche mit Liegestühlen oder anderen Sitzgelegenheiten ausgerüstet sind. So konnten wir, wenn wir nicht gerade unter Wasser unterwegs waren, ausgiebig Sonne tanken. Mit dem eBook in der einen und einem guten Drink in der anderen Hand, genossen wir das schöne Wetter und die friedliche Stimmung auf der Insel. Wie anfangs erwähnt, wird das Motto „Go Slow“ auch auf Caye Caulker in Perfektion ausgelebt. Das sieht man beispielsweise daran, dass das Hauptverkehrsmittel auf der Insel Golfkarts sind. Autos sucht man vergebens. Die Einheimischen sind stets gut gelaunt (wer wäre das nicht, wenn er auf einer Insel in der Karibik leben würde…? 😉 ), überall erklingt Gute-Laune-Musik, und wer hungrig ist, kann sich direkt am Strassenrand mit einem kleinen Barbecue verköstigen. Wir verbrachten viele entspannte Stunden beim Iguana Reef Inn. Dort konnten wir auch Seepferdchen im Wasser beobachten, die wir sehr faszinierend fanden. Auf der Westseite der Insel erlebten wir jeden Tag einen traumhaften Sonnenuntergang, zu welchem uns jeweils eine ganze Horde Pelikane Gesellschaft leistete. Keine Frage, Caye Caulker hatte uns mit seinem Charme schnell um den Finger gewickelt und wir hätten es noch einige Zeit länger dort ausgehalten.

Eine faszinierende Unterwasserwelt

Einer der Hauptgründe, weshalb wir uns für einen Aufenthalt in Belize entschieden hatten, waren die guten Tauchplätze, die es hier gibt. Von Freunden, die Belize bereits zwei Mal bereist hatten, hatten wir dazu viele gute Tipps erhalten. (Nochmals vielen Dank an euch! 🙂 ) Wir buchten insgesamt fünf Tauchgänge bei der Firma Belize Diving Services. Der erste Tauchgang führte uns zum bekannten Blue Hole. Vor allem aus der Luft betrachtet, ist das Blue Hole eine spektakuläre Erscheinung. In der Form eines ziemlich perfekten Kreises liegt es eingebettet zwischen Korallenriffs mitten im Meer und unterscheidet sich durch seine dunkle Farbe stark vom restlichen türkisgrünen Wasser. An dieser Stelle senkt sich der Meeresboden auf über 120 Meter ab. Wir tauchten bis auf 40 Meter hinunter, wo wir einige imposante Stalaktiten betrachten konnten. Meeresbewohner schwammen nicht allzu viele herum, aber glücklicherweise machten wir an diesem Tag noch zwei weitere Tauchgänge, die unglaublich schön waren. Wir sahen beispielsweise Riffhaie, Delfine, Rochen und Schildkröten, die alle unser Herz höher schlagen liessen. Was für eine wunderbare Unterwasserwelt!

 

Quelle: Google

Zwei Tage später durften wir Belize erneut unter Wasser erleben. Auf zwei weiteren Tauchgängen sahen wir neben schönen Korallen als besonderes Highlight einige Riffhaie und viele Ammenhaie, die teilweise ganz nahe an uns vorbei schwammen. Obwohl das Tauchen in Belize alles andere als günstig war, kamen wir voll und ganz auf unsere Kosten. Wir durften fünf wirklich grossartige Tauchgänge erleben. Und da wir in nächster Zeit wohl nicht wieder so schnell unter Wasser anzutreffen sein werden, sind wir enorm happy darüber, dass diese letzten Tauchgänge so viel zu bieten hatten.

Schöne Tierbeobachtungen im Belize Zoo

Nach fünf Tagen auf Caye Caulker brachte uns das Wassertaxi nach Belize City, aufs Festland. Wir blieben aber nicht in der grössten Stadt des Landes, sondern nahmen direkt nach der Ankunft den lokalen „Chickenbus“ in Richtung San Ignacio. Da der Bus auf dieser Strecke am Belize Zoo vorbeifährt, legten wir dort einen kurzen Stopp ein. Der Belize Zoo ist nicht nur ein klassischer Zoo, sondern auch eine Auffangstation für verletzte Tiere oder solche, die sich in der Wildnis zu sogenannten „Problemtieren“ entwickelt haben. Dazu gehören beispielsweise Jaguare, die begonnen haben, Jagd auf Hunde und andere domestizierte Tiere zu machen. Glücklicherweise konnten wir viele Tiere aus der Nähe beobachten, auch wenn sie in der Hitze des Tages nicht sonderlich aktiv waren. Neben den Jaguaren erfreuten wir uns beispielsweise an Tapiren, Affen, einem Puma und vielen putzigen Eulen. Alle diese Tierarten sind in Belize heimisch, zum Teil aber leider stark bedroht. Hoffen wir, dass die Bemühungen der Tierschützer fruchten und die Tiere auch in Zukunft noch in ihrem natürlichen Lebensraum anzutreffen sind.

 

 

Eine spannende Höhlenexpedition

Die ATM (Actun Tunichil Muknal) Höhle befindet sich in der Nähe der Ortschaft San Ignacio. Diese Höhle darf nur mit einem Tourguide besucht werden. Die meisten Touranbieter sind in San Ignacio stationiert, weshalb wir uns für ein paar Nächte in dieser kleinen Stadt in der Nähe der Grenze zu Guatemala niedergelassen hatten. Von San Ignacio aus fuhren wir mit dem Bus ca. 1 1/2 Stunden primär auf einer Schotterstrasse Richtung Höhle. Dort angekommen, mussten wir alle unsere Sachen im Bus zurücklassen. Man darf nämlich seit einiger Zeit nichts mehr in die Höhle mitnehmen. Anscheinend hat vor ein paar Jahren ein Tourist seine Kamera fallen lassen und dabei ein Artefakt zerstört, na toll! 🙁 Mit Helm und Stirnlampe ausgerüstet, liefen wir zuerst eine Weile durch den Dschungel. Dabei mussten wir insgesamt drei hüfthohe Flüsse durchqueren. Als wir beim Eingang der Höhle ankamen, hiess es Stirnlampe einschalten und nochmals schwimmen. Dieses Mal jedoch in deutlich tieferem Wasser, sodass nun wirklich alles nass war, was wir anhatten. 🙂 In der Höhle folgten wir unserem Tourguide durch meist etwa knietiefes Wasser in die Dunkelheit hinein. Wir konnten immer wieder wunderschöne Formationen von Stalaktiten und Stalagmiten bewundern. Nach rund 500 Metern stoppten wir und kletterten einen Felsvorsprung hinauf. Von dort ging es ohne Schuhe weiter. Nun folgten die Highlights der ATM Höhle: Da sie den Mayas vor vielen hundert Jahren wohl als spirituelle Stätte gedient hat, findet man dort viele Artefakte, welche diese Theorie stützen. Viele Fragmente von Tongefässen, sowie einige Skelette, von denen die meisten vermutlich menschliche Opfergaben gewesen waren, zeugen von rituellen Aktivitäten.

Die Fotos wurden uns netterweise von unserem Touranbieter Mayawalk Tours zur Verfügung gestellt.

Die Ausgrabungsstätte von Xunantunich

Eine zweite Tour, die wir von San Ignacio aus unternahmen, führte uns zur Ausgrabungsstätte Xunantunich. Das Gelände liegt ganz nahe bei der Grenze zu Guatemala. Von der Spitze der Hauptpyramide aus konnten wir sogar bis nach Guatemala hinüberschauen. Die Stätte selber ist nicht allzu gross, bietet aber einige interessante Gebäude, die sich um mehrere Plätze formieren. Das Highlight ist die grosse Pyramide „El Castillo“. Die meisten Gebäude sind in den letzten Jahrzehnten sorgfältig rekonstruiert worden, darunter auch schöne Fresken beim Castillo. Zum Glück waren wir schon relativ früh am Morgen in Xunantunich eingetroffen. Denn gegen Mittag hin stürmten immer mehr Menschen das Gelände, sodass wir froh waren, uns wieder auf den Rückweg nach San Ignacio machen zu können.

Mit diesem Ausflug endete unsere Zeit in Belize bereits wieder. Unser Reisli wird uns nun weiter nach Guatemala führen. Belize war eine spannende Erfahrung. Positiv überrascht waren wir vor allem ab der Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Bevölkerung. Belize unterscheidet sich doch ziemlich von den umliegenden Ländern, was sehr interessant ist. So ist Belize beispielsweise das einzige Land in Mittelamerika, das Englisch als Amtssprache hat. Dies hat die Kommunikation wieder stark vereinfacht (vor allem für Patrick 😉 ). Wir haben uns gerne vom „Go Slow“-Motto anstecken lassen und eine gemütliche, tolle Zeit in diesem schönen Land verbracht.

Belize it or not – eine Perle in Mittelamerika
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