Elefanten haben uns auf unserem bisherigen Reisli in Südostasien immer mal wieder begleitet, allerdings nur als Abbildungen auf unzähligen Souvenirartikeln. Weil wir diese faszinierenden Riesen aber unbedingt auch mal noch „live“ erleben wollten, war es für uns Zeit, in den Norden von Thailand aufzubrechen.

Chiang Mai

Die Stadt ist von Bangkok aus in rund einer Stunde Flugzeit sehr schnell zu erreichen. Die Altstadt wird von einem Wassergraben komplett umgeben und ist über kleine Brücken zugänglich. Früher stand noch eine Mauer zwischen dem Wassergraben und den Häusern, davon ist heutzutage aber nur noch ein kleiner Teil sichtbar. Mit dem Fahrrad und auch mit Tuk Tuks kommt man im Städtchen sehr gut vorwärts. Auch in Chiang Mai gäbe es wieder unzählige schöne, vergoldete Tempel, die man besuchen könnte. Da wir aber mittlerweile bereits so viele Tempel gesehen haben, verlagerten wir unsere Schwerpunkte dieses Mal auf andere Sachen:

Muay Thai

Das fehlende Fussball- und Volleyballtraining machen sich mittlerweile doch etwas bemerkbar. Höchste Zeit also, die eingerosteten Knochen etwas zu bewegen und wieder einmal so richtig ins Schwitzen zu geraten. Wir hatten schon länger mit dem Gedanken gespielt, eine Muay Thai Lektion zu besuchen, auch wenn wir beide nicht wirklich Fans von Kampfsportarten sind. Aber es interessierte uns, den thailändischen Nationalsport etwas näher kennenzulernen. Deswegen schnürten wir für zwei Stunden die Boxhandschuhe und stiegen gemeinsam in den Ring. Unter professioneller Anleitung lernten wir die verschiedenen Schläge und Abwehrbewegungen kennen und trainierten sie fleissig, einmal gegeneinander, ein ander Mal gegen den Boxsack. Nicht fehlen durften auch verschiedene Kraftübungen für zwischendurch, sodass wir am Ende doch ziemlich ausgepowert waren. Die beiden Stunden haben uns grossen Spass gemacht, vor allem, weil wir endlich mal wieder so richtig ins Schwitzen geraten sind. Da konnten am nächsten Tag auch die blauen Flecken auf Patricks Körper nicht die Freude trüben. Woher und von wem diese wohl gekommen sind? 😉

Elephant Nature Park

Das grösste Highlight in Chiang Mai war definitiv unser Besuch bei den Elefanten. Leider war der Elephant Nature Park jedoch schon für mehrere Wochen komplett ausgebucht, sodass wir mit einem „Saddle off“ Programm Vorlieb nehmen mussten. Aber im Nachhinein spielte das überhaupt keine Rolle, denn wir verbrachten einen unvergesslichen Tag bei den Dickhäutern. Los ging es mit der Fütterung. Nachdem wir zuerst Bananen und Zuckerrohr vorbereitet hatten, durften wir sie den vier Elefanten in unserem Camp zum Verzehr anbieten. Ihr Hunger war gross, kaum vorstellbar, wie viel Futter ein einzelner Elefant pro Tag braucht. Wir hatten unseren Spass, den gierigen Tieren beim Vernichten der Nahrung zuzuschauen. Eine Banane alleine war jeweils nicht genug, immer wieder luden die Elefanten bis zu fünf Stück gleichzeitig auf ihren Rüssel und schlangen sie nachher genüsslich runter. Innert Kürze war der ganze Proviant weggefuttert, höchste Zeit, auf einen kleinen Verdauungsspaziergang zu gehen. Die vier Elefanten unserer Gruppe, ein riesengrosser, ca. 60-jähriger Bulle und drei Jungtiere im Alter von zwei bis vier Jahren kannten den Weg bereits und trotteten artig vorneweg. Sie wurden alle von ihren persönlichen Mahuts begleitet. An einem kleinen Fluss machten wir ein erstes Mal Halt. Dort konnten die Elefanten mit Reifen spielen, Bambus-Sträucher zerfleddern und sich austoben. Wir verfolgten das Geschehen noch sehr zurückhaltend und fast ein wenig ängstlich. Es machte schon Eindruck, wenn plötzlich mehrere hundert Kilo in deine Richtung angelaufen kamen und keine Absperrung dazwischen war… Der Spaziergang ging weiter und führte uns ein Stück durch den Dschungel. Immer wieder wurde angehalten, damit die Elefanten fressen konnten. Zurück im Camp gab es auch für uns ein leckeres Mittagessen mit „Khao Soi“, einer Spezialität aus Nordthailand. Die Nudeln an feiner Currysauce können wir jedem wärmstens empfehlen.
Am Nachmittag ging es dann so richtig zur Sache. Wer sich getraute, durfte die Elefanten zuerst mit Schlamm einreiben und sie anschliessend waschen. Nun waren wir den Dickhäutern wirklich so nahe wie noch nie zuvor. Ein unglaubliches Gefühl, wenn man nur wenige Zentimeter neben diesen grossartigen Tieren steht und ihre raue Haut spürt.
Wir genossen jede Minute dieses Zusammentreffens und waren fast ein bisschen traurig, als wir uns verabschieden mussten. Was für ein Erlebnis!

Cooking Class

Den Abschluss unseres Programms in Chiang Mai bildete der Besuch eines Kochkurses. Wir haben ja schon mehrmals erwähnt, dass wir in den letzten Wochen grosse Fans der thailändischen Küche geworden sind. Um zu Hause dann auch das eine oder andere Gericht nachzukochen, mussten wir unser Wissen über die verschiedenen Zutaten und Zubereitungsarten der einzelnen Gerichte aber noch deutlich vertiefen. Es soll schlussendlich dann ja auch so authentisch wie möglich werden 😉
Zusammen mit den sechs weiteren Teilnehmern besuchten wir zuerst einen Markt. Unsere Kursleiterin gab uns dort einen kleinen Crashkurs in Gemüse- und Kräuterkunde. Nun wussten wir immerhin schon mal, welche Zutaten alle den Weg in unsere Gerichte finden würden. Ob wir sie alle in der Schweiz finden werden, ist jedoch sehr fraglich… Zum Glück gibt es daher immer mehrere Alternativen 😉
Zurück in der Kochschule hiess es Schürzen anziehen und losschnippeln. Auf dem Programm standen insgesamt fünf verschiedene Gerichte: ein Appetizer, ein Stir fried Gericht, eine Suppe, eine Currypaste und das dazu passende Curry. Die Anweisungen unserer Chefin waren sehr verständlich und einfach, sodass wir relativ mühelos folgen konnten und innert wenigen Minuten bereits erste leckere Gerichte fertig hatten. Das Essen schmeckte wirklich ausgezeichnet und war – gewusst wie – auch nicht schwierig und aufwendig zum Zubereiten. Wir waren begeistert ab den Ergebnissen unserer Kochkünste! Da wir zum Abschied ein Buch mit allen Rezepten und den verschiedenen Zutaten erhielten, stehen die Chancen nicht schlecht, dass wir zu Hause in der Schweiz dann irgendwann tatsächlich mal wieder etwas daraus kochen werden 😉

Pai

Rund drei Stunden nördlich von Chiang Mai liegt das verschlafene Hippie-Dörfchen Pai. Obwohl es dort nicht wahnsinnig viel zu besichtigen gibt, entschieden wir uns, einen Abstecher dorthin zu unternehmen. Einige Leute, die wir bisher auf unserer Reise getroffen hatten, schwärmten von Pai und empfahlen uns, ein paar Tage dort einzuplanen. Nach 762 Kurven im Bus und einem arg strapazierten Magen bei Andrea hatten wir es dann endlich geschafft. Unser Bungalow lag zwar etwas ausserhalb auf einem Hügel, aber so hatten wir unsere Ruhe und zu Fuss waren wir schnell im Zentrum. Mit einem deutschen Pärchen, das wir schon in Vietnam und Kambodscha getroffen hatten, mieteten wir an einem Tag einen Roller und erkundeten damit die Umgebung.
Spannend und eindrücklich war vor allem der Pai Canyon. Natürlich ist er bei Weitem nicht so gross und spektakulär wie der Grand Canyon, aber immerhin konnten wir einen hübschen Spaziergang dort machen und hatten eine gute Aussicht auf die Umgebung. Daneben besichtigten wir auch noch ein paar Wasserfälle und eine Bambusbrücke, die mitten durch Reisfelder hindurch führt. Leider waren diese alle bereits abgeerntet, aber die Landschaft war trotzdem schön.
Jeden Abend verköstigten wir uns voller Freude am Nachtmarkt, der mit seinen vielen Essensständen unzählige Touristen anlockte. Die restliche Zeit in Pai nutzten wir vor allem zur Entspannung in der Hängematte vor unserem Bungalow 🙂

Am Tag der Weiterreise in den Süden feierten wir auch noch Patricks Geburtstag. Wir gönnten uns eine klassische Thaimassage und wurden so richtig schön durchgeknetet. Kaum zu glauben, welche Verrenkungen die beiden Masseurinnen mit uns anstellten 😀 Speziell an der Massage war ausserdem, dass sie von ehemaligen Gefängnisinsassinnen durchgeführt wurde. Dieses Resozialisierungsprojekt schien uns sinnvoll zum Unterstützen.

Nach dieser Woche im Norden führt uns der letzte Stopp in Thailand nun noch nach Phuket. Wir freuen uns auf eine Woche am Pool und am Strand mit hoffentlich viel Sonne und tollen Tauchgängen…

Auf Tuchfühlung bei den Elefanten
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4 thoughts on “Auf Tuchfühlung bei den Elefanten

  • 05/12/2017 at 19:07
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    Hey einfach genial wie ihr eure Eindrücke kommentiert. Sehr spannend. Wir sind zur Zeit ca.80 km nördlich von euch in Khao Lak. Evt. sieht man sich sogar einmal. Aber spannt ihr euch mal aus jetzt nach diesen tollen Erlebnissen. Ganz lg. Stewi

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    • 09/12/2017 at 15:25
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      Lieber Stewi, wir sind leider bereits weitergezogen, seit ein paar Stunden sind wir in Perth. Schade, dass aus einem Treffen nichts geworden ist, das wäre toll gewesen… 🙁 Wir hoffen, es geht euch gut und ihr geniesst eure Zeit in Khao Lak? Wie ist das Wetter? Bist du schon braungebrannt? 😉 Beste Grüsse aus Australien, Andrea und Patrick

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  • 13/12/2017 at 17:49
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    Hoi zäme, Wetter hat sich zum besseren gewendet. Seit ein paar Tagen reichlich ☀️schein. Zuerst mal rotgebrannt wie’s so ist vom Winter in die Tropen. Ja ist schade hats nicht geklappt. Euch ziehts permanent weiter aber ihr habt keinen Zeitplan oder? Wünsch euch beiden weiterhin super Erlebnisse und gnüsseds. Lg Stewi

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    • 14/12/2017 at 15:02
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      Das freut uns sehr, dass ihr jetzt besseres Wetter habt! Wir hoffen, es bleibt so, und du kannst aus deinem Rot ein schönes Braun machen 😉
      Doch, doch, wir haben einen „groben“ Plan, aber gebucht oder so ist praktisch nichts. Jetzt geniessen wir erst mal für lange Zeit Australien 🙂 Ganz liebe Grüsse nach Thailand, Andrea und Patrick

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