Die ersten Tage unseres Roadtrips auf der Halbinsel Yucatán hatten uns via Valladolid nach Mérida gebracht. Von dort aus ging unsere Reise weiter bis an die Westküste der Halbinsel, nach Campeche. Im Anschluss fuhren wir dann mit einigen Zwischenstopps wieder zurück an die Ostküste, wo wir unseren Mietwagen in Playa del Carmen zurückgeben mussten.

Die Ruinen von Uxmal

Den ersten Halt nach Mérida legten wir in Uxmal ein, einer Ausgrabungsstätte mit Ruinen der Maya. Die Stadt hatte ihre Blütezeit vermutlich im 9. und 10. Jahrhundert nach Christus und gehört heute zu einer der meistbesuchten Ruinenstätten auf der Halbinsel Yucatán. Obwohl wir gar nicht so früh am Morgen in Uxmal eintrafen, hatten wir die Anlage zu Beginn noch fast für uns alleine. Das genossen wir natürlich sehr, vor allem nach dem grossen Trubel, den wir in Chichen Itza erlebt hatten. Uxmal gefiel uns beiden sehr. Die Ruinen sind teilweise noch super erhalten und auch wieder schön rekonstruiert worden. Man bekommt einen guten Eindruck davon, wie das Gelände früher wohl ausgesehen haben muss. So verbrachten wir erneut mehrere Stunden auf Erkundungstour und entdeckten viele interessante Fleckchen.

Böse Seeräuber in Campeche

Von Uxmal aus fuhren wir weiter nach Campeche. Die Stadt liegt an der Westküste der Halbinsel Yucatán und markierte unseren Umkehrpunkt zurück an die Ostküste. In Campeche statteten wir primär dem historischen Zentrum einen Besuch ab. Die Altstadt wird, wie wir das auch schon in Cartagena, in Kolumbien, gesehen hatten, fast vollständig von einer Stadtmauer umgeben. Diese Mauer wurde gebaut, weil Campeche im 17. Jahrhundert häufig von Seeräubern überfallen wurde. Nach einem besonders schlimmen Überfall im Jahr 1663 hatte die Bevölkerung die Nase gestrichen voll. So entschied man, eine Befestigungsanlage zu bauen. Die Überreste der Anlage stellen heute eine grosse Sehenswürdigkeit in Campeche dar. In mehreren Festungsbauten befinden sich Museen und man kann ein kleines Stück auf der Mauer entlanglaufen. Uns gefiel die Altstadt von Campeche sehr gut, auch, weil viele Häuser in Pastelltönen gehalten sind und der ganzen Stadt eine friedvolle Atmosphäre verpassen. Die Plaza de la Independencia, der Hauptplatz, ist toll gestaltet und punktet zusätzlich mit einer schönen Kathedrale.

Ruinen zum Schnäppchenpreis

Leider hatten wir für Campeche nur gerade einen ganzen Tag eingeplant. Das reichte zwar, um die Altstadt ausgiebig zu erkunden, liess uns aber keine Zeit für weitere Touren in die Umgebung. Schon mussten wir wieder in den Osten der Halbinsel Yucatán zurückzufahren. Von Campeche aus ging es bis nach Bacalar, was etwas mehr als sechs Stunden in Anspruch nahm. Um uns zwischenzeitlich ein bisschen auszuruhen, legten wir einen ausgiebigen Mittagshalt in Xpujil ein. Bitte fragt uns nicht, wie man diesen Namen ausspricht… Wir wissen es selber nicht. 🙂 Ganz in der Nähe von Xpujil befinden sich zwei Ausgrabungsstätten, Becan und Chicanna. Wir entschieden uns auf Empfehlung unseres Kellners beim Mittagessen für Becan. Im Gegensatz zu den anderen Ausgrabungsstätten, die wir bisher besucht hatten, war Becan ein richtiges Schnäppchen, denn der Eintritt kostete nur gerade drei Franken. Auch Touristen hatten sich an diesem Nachmittag nicht allzu viele nach Becan verirrt. So konnten wir fast ungestört herumlaufen und die Gebäude auf uns wirken lassen. Die ganze Anlage war überraschend gross, mit erneut sehr schön rekonstruierten und gut erhaltenen Bauten. Obwohl sich diese Ausgrabungsstätten alle ein Stück weit ähneln, und man irgendwann genug gesehen hat, waren wir froh, dass wir auf den Kellner gehört und den Abstecher nach Becan gemacht hatten.

Die Lagune von Bacalar – ein kleines Paradies

Den nächsten grösseren Halt legten wir in Bacalar ein. Die Ortschaft liegt an einer wunderschönen Lagune, die viele Touristen anzieht. Auch wir waren fasziniert von den Farben des Wassers. Es war kristallklar und leuchtete so richtig kitschig in verschiedenen Blautönen. Kein Wunder also, dass wir, wie alle anderen Leute dort, unsere Kameraspeicher fleissig mit Fotos füllten. 😉 Insgesamt verbrachten wir viele Stunden am oder im Wasser und genossen die Sonne. Ein besonderes Highlight war ausserdem eine Stand Up Paddling Tour bei Sonnenaufgang. Praktisch noch mitten in der Nacht paddelten wir auf unseren Brettern auf die Lagune hinaus und erlebten einige Zeit später dann einen wunderschönen Sonnenaufgang. Dieser Ausflug war wirklich einmalig und machte das mühsame Aufstehen in aller Herrgottsfrühe schnell wieder vergessen.

Ein schönes Korallenriff in Mahahual

Wir hätten es ohne Probleme noch einiges länger in Bacalar ausgehalten. Doch leider vergingen die Tage auf unserem Roadtrip wie im Fluge und wir näherten uns bereits wieder dem Ende. Allerdings standen immer noch ein paar Aktivitäten auf dem Programm, darunter beispielsweise zwei Tauchgänge in Mahahual. Mahahual ist momentan noch eine kleine Ortschaft direkt an der Costa Maya. Durch Kreuzfahrtschiffe, die in der Nähe anlegen, wird der Ort aber schon heute regelmässig von grossen Touristenmassen besucht. Da vor Mahahual das Mesoamerikanische Barrier Riff verläuft, kann man hier eine schöne Unterwasserwelt erleben. Leider bekamen wir auf beiden Tauchgängen nicht allzu viele Meerestiere zu Gesicht, aber immerhin konnten wir uns am prächtigen Korallenriff und an der tollen Sicht erfreuen, die weit über 30 Meter reichte.

Genuss pur in Tulum 

Bevor wir unseren Mietwagen in Playa del Carmen wieder zurückgeben mussten, verbrachten wir noch fünf Tage in Tulum. Tulum ist vor allem für seine schönen Strände bekannt. Auch die Ruinen einer Ausgrabungsstätte kann man hier bewundern. Das Spezielle an diesen Ruinen ist, dass sie direkt am Strand liegen. Das ist eher aussergewöhnlich, da praktisch alle anderen Stätten im Landesinneren zu finden sind. Leider mussten wir uns die Ausgrabungsstätte mit unglaublich vielen anderen Touristen teilen, obwohl wir früh am Morgen dorthin gefahren waren. So blieben wir für einmal nicht allzu lange auf der Anlage, sondern genossen den Rest des Tages am Pool unseres Hotels. Die letzten Tage in Mexiko verbrachten wir natürlich auch nochmals ausgiebig damit, uns durch die lokale Küche zu futtern und zu trinken. Unsere Mägen und unsere Kehlen konnten sich ganz sicher nicht über zu wenig Aktivität beschweren. 😀

   

Zwei sehr spezielle Taucherlebnisse

Ausserdem gingen wir in Tulum auch noch in zwei Cenoten tauchen, in Dos Ojos und Calavera. Das war ein ganz besonderes Erlebnis, da wir zuvor noch nichts Vergleichbares gemacht hatten. Anstelle von Korallen und Meerestieren schwammen wir nun also an Stalaktiten und Stalagmiten vorbei. Besonders speziell war das Tauchen in der Cenote Calavera. Da sich dort Wasserschichten unterschiedlichen Salzgehalts mischen, kann man diesen Unterschied auf mehreren Sinnesebenen wahrnehmen. Das kühlere, weniger salzhaltige Wasser schwimmt auf dem wärmeren, salzigeren Wasser. Die Halokline, die sich dadurch bildet, lässt die Umgebung flimmern und man sieht teilweise fast nichts mehr. Wir tauchten in einer Linie, deswegen war es enorm wichtig, so nahe wie möglich beim vorderen Tauchkollegen zu sein, um den Anschluss nicht zu verpassen. Patrick, der zuhinterst tauchte, hatte das Gefühl, sturzbetrunken zu sein. Denn die Halokline wurde durch die Taucher vor ihm zusätzlich durcheinandergewirbelt, was es für ihn umso schwieriger machte, die Orientierung zu behalten. Manchmal sah er wirklich gar nichts mehr und konnte nur noch die Flossen von Andrea, die direkt vor ihm war, erahnen. Glücklicherweise liess dieses Flimmern nach, sobald man seine Position leicht veränderte und über der Halokline schwamm oder sich etwas nach links oder rechts vom vorderen Taucher bewegte. So tauchten wir zum Glück unversehrt wieder auf, mit einem weiteren sehr interessanten Taucherlebnis in der Tasche.

(Leider können wir euch keine Fotos liefern, da wir die GoPro im Hotel vergessen hatten… 🙁 )

Playa del Carmen

Wieder ohne Mietauto unterwegs, verbrachten wir die letzten zwei Tage noch in Playa del Carmen. Playa del Carmen versetzte uns nicht in Ekstase, zu touristisch und völlig amerikanisiert präsentierte sich einer der bekanntesten Orte an der Costa Maya. Wir gaben uns Mühe, nicht allzu sehr dem Touristenstrom zu folgen, aber es war enorm schwierig, ein paar authentische Plätzchen zu entdecken. Da Playa del Carmen leider auch nicht unbedingt mit Traumstränden auftrumpfen kann, wird es uns wohl nicht allzu schnell wieder hierher ziehen. Immerhin verbrachten wir am 17. März einen unterhaltsamen St. Patrick’s Day, da wir per Zufall in einem Irish Pub landeten und gar nicht wussten, dass St. Patrick’s Day war. Egal, man soll die Feste feiern wie sie fallen, nicht wahr? 😉

Auf Wiedersehen Mexiko, bis hoffentlich bald wieder

Ein bisschen wehmütig verabschiedeten wir uns somit nach rund drei Wochen wieder von Mexiko. Die Halbinsel Yucatán hat uns beiden wirklich sehr gut gefallen. Wir sind zwar nach wie vor der Ansicht, dass wir wohl noch nicht das wahre, authentische Mexiko gesehen haben. Dafür sind einfach zu viele Orte extrem fest auf die (vor allem amerikanischen und kanadischen) Touristen ausgerichtet. Aber je weiter westlich wir fuhren, umso ruhiger wurde es, und umso mehr hatten wir das Gefühl, die Menschenmassen hinter uns zu lassen. Wir hoffen sehr, dass wir irgendwann wieder einmal nach Mexiko zurückkommen können und freuen uns schon, dann hoffentlich auch noch ein paar weitere Seiten des Landes kennenzulernen. ¡Hasta luego!

 

Auf der Halbinsel Yucatán – Von Uxmal zurück nach Playa del Carmen
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