Die beiden grössten und wohl auch bekanntesten Städte Kolumbiens, Botogà und Medellín, hatten wir bereits besucht. Nun führte uns die Reise weiter in den Norden, direkt an die Karibikküste. Dort stand neben einem Aufenthalt in Cartagena auch noch ein bisschen Tauchen in Taganga auf dem Programm.

Cartagena de Indias

Diese Stadt wird von fast allen Touristen in Kolumbien angesteuert. Sie liegt im Norden des Landes und ist ein beliebtes Ziel, weil hier die Schiffe von oder nach Panama an- respektive ablegen. Die Überfahrt per Schiff von Kolumbien nach Panama muss ein tolles Erlebnis sein, das haben wir schon von vielen anderen Reisenden gehört. Obwohl wir diese Route für kurze Zeit ins Auge gefasst hatten, entschieden wir uns schlussendlich dagegen. Da das Meer teilweise enorm stürmisch sein kann, hätte Andrea’s empfindlicher Magen wohl keine Freude gehabt. Und über mehrere Tage hinweg ständig Tabletten gegen die Seekrankheit zu nehmen, wollte Andrea nicht. Zumal wir mit Leuten gesprochen hatten, bei denen andere Reisende auf dem Schiff trotz Tabletten die ganze Zeit die Fische gefüttert hatten… Was für ein Horror! 🙁

Flanieren in der Altstadt

Cartagena hat eine sehr schöne Altstadt. Diese wird an einigen Stellen von einer kompakten Stadtmauer umgeben. Das Gute an der Mauer ist, dass man auf ihr entlanglaufen kann und eine tolle Aussicht auf das Meer und den Sonnenuntergang hat. Viele Häuser innerhalb der Stadtmauer sind liebevoll gestaltet und gepflegt, die meisten mit farbigem Anstrich und Blumenschmuck. Überall findet man kleine Läden und Restaurants, die sich bei den Touristen grosser Beliebtheit erfreuen. Wir genossen es wie so häufig, einfach ein bisschen in den Gassen herumzuschlendern, dem Treiben zuzuschauen und unseren Mägen ab und zu etwas Leckeres zu gönnen. 😉

  

Auf Erkundungstour im Fort

Sehr nahe der Altstadt findet man in Cartagena das Castillo de San Felipe de Barajas. Es handelt sich um ein grosses Fort, das vor allem im 17. und 18. Jahrhundert zum Einsatz kam, als sowohl die Franzosen, wie auch die Engländer versuchten, die Spanische Herrschaft in Cartagena zu beenden. Das Fort wurde in den letzten Jahrzehnten wieder restauriert und sieht heutzutage sehr ansehnlich aus. Wir verbrachten einige Zeit bei der Besichtigung und fanden es interessant, dass man auch Teile der unterirdischen Gänge erforschen kann. Ein kurzer Film, den wir gleich zu Beginn schauten, erläuterte uns die Geschichte des Forts, was wir sehr hilfreich fanden. Der Film ist zwar nicht enorm professionell gestaltet, aber so bekamen wir wenigsten ein bisschen eine Ahnung davon, weshalb das Fort überhaupt gebaut worden war.

Ein bisschen Strand muss sein

In Cartagena selber findet man ein paar Strände, sie sind aber nicht besonders schön. Deswegen zieht es die meisten Touristen an andere Orte, die in der Nähe liegen. Der berühmteste und beliebteste Strand ist Playa Blanca. Er sieht auf Fotos zwar wunderschön aus, und das wird er ohne Zweifel auch sein, aber die meisten Reisenden, die wir getroffen hatten, rieten uns davon ab, dorthin zu fahren. Zum einen, weil der Strand völlig überlaufen ist, zum anderen, weil man praktisch ununterbrochen von Strandverkäufern belästigt wird. Da wir beide einen Strand gerne etwas in Ruhe geniessen, buchten wir deswegen eine alternative Tour in den Nationalpark „Islas del Rosario“, zum Hotel „Isla del Encanto“. Die Gastgeberin in unserer Unterkunft hatte uns vorgeschwärmt, wie toll und exklusiv es dort sei. Man verbringe den Tag in einem Resort mit Annehmlichkeiten wie einem privaten Strand ohne Strandverkäufer, bequemen Liegestühlen, einer Bar und einem grossen Buffet am Mittag. Klingt gut? Das dachten wir uns auch, deswegen buchten wir den Spass, auch wenn er relativ teuer war.

Eine etwas umständliche Anfahrt

Unsere Vorfreude auf den Tag am Strand war gross. Umso ärgerlicher fanden wir es, als der Start schon einmal kräftig in die Hose ging. Um 07:30 Uhr waren wir in der Unterkunft bereit und warteten auf den Shuttlebus, der uns abholen sollte. Als eine halbe Stunde später immer noch niemand aufgekreuzt war, wurde sogar die Dame an der Rezeption etwas unruhig. Und das soll was heissen, schliesslich sind die Kolumbianer nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. Alles ist hier „tranquilo“, was so viel heisst wie „take it easy, Gringo! “. Mehrere Telefonanrufe später erhielten wir Bescheid, dass sich der Shuttle etwas verspäten würde und gegen 08:20 eintreffen sollte. Na toll, da hätten wir ja fast eine Stunde länger schlafen können! Aber eben, tranquilo, der Tag sollte dadurch ja nicht ruiniert werden. Die zweite Überraschung folgte dann kurz nach der Abfahrt, als wir eine riesige Seniorengruppe aus der Schweiz aufluden, die den Ausflug mit uns zusammen machten. Da konnten wir uns ein grosses Schmunzeln definitiv nicht verkneifen. Mit dem Bus ging es zum Hafen, wo wir einchecken und auf unser Boot warten mussten. Mittlerweile war es gegen 10 Uhr, und die Fahrt zum Resort sollte nochmals eine knappe Stunde dauern. Da ahnten wir bereits, dass unsere Zeit am Strand wohl etwas begrenzt sein würde… Als wir endlich Richtung Boot losmarschieren konnten, folgte Überraschung Nummer drei. Vor unseren Augen sackte eine Dame aus der Reisegruppe wie aus dem Nichts zusammen und knallte mit dem Kopf hart auf dem Boden auf. Was für ein Schock! Wir riefen sofort um Hilfe und glücklicherweise kam die Frau schnell wieder zu Bewusstsein. Wie es schien, hatte sie Glück im Unglück gehabt: sie blutete nicht und schien sich auch nichts gebrochen zu haben. Der Ausflug war für sie aber trotzdem gelaufen, denn sie wurde für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. Mit diesem Schreckensmoment in den Knochen ging die Bootsfahrt für den Rest der Gruppe los.

Wenn man zu hohe Erwartungen hat…

Gegen 11 Uhr trafen wir dann tatsächlich im Resort ein. Nun konnte der Strandtag so richtig losgehen! Unsere (zu) hohen Erwartungen wurden allerdings schnell gedämpft. Denn es hatte bereits eine grosse Menge anderer Touristen dort, die meisten Liegestühle am Strand waren besetzt und der Strand selber war nur ein kurzer, kleiner Abschnitt, der gar nicht so aussah wie auf den Fotos, welche uns die Frau in der Unterkunft gezeigt hatte… Aber immerhin gab es ja noch die Bar, an welcher wir einen leckeren Cocktail bestellen wollten. Haha, genau, der geübte Leser merkt: hier kommt ein Haken… Denn es blieb beim Wollen, nachdem wir die Preise auf der Getränkekarte entdeckt hatten… Diese passten leider so gar nicht ins Budget von zwei Weltreisenden… 🙁 Tja, so schwanden unsere Hoffnungen auf einen perfekten Tag am Strand von Minute zu Minute dahin. Irgendwann mussten wir lauthals loslachen, weil wir beide ein Gesicht zogen wie sieben Tage Regenwetter. Aber so konnte es ja nicht weitergehen! Also erfreuten wir uns an den kleinen Dingen und waren einfach dankbar, dass wir überhaupt einen solchen Ausflug erleben durften. Wir suchten uns zwei freie Liegen, machten es uns gemütlich, schwammen im Meer, sonnten uns und liessen uns das Mittagessen vom Buffet schmecken.

Um 15 Uhr mussten wir uns dann leider bereits wieder auf den Rückweg machen. Dieser verlief planmässig und ohne Überraschungen, man kann sagen, er war fast schon langweilig. 😀 Einmal wären wir zwar fast noch mit dem Boot steckengeblieben, als wir eine ultraseichte Stelle passierten. Aber die Rettungscrew in Form einiger Einheimischer, die uns vorwärts zogen, war schnell im Anmarsch, und schon bald ging die Fahrt weiter, zurück in den Hafen von Cartagena.

Man muss flexibel bleiben

Die letzten Tage in Kolumbien hätten wir eigentlich im Parque National Natural Tayrona verbringen wollen. Dieser Nationalpark befindet sich ebenfalls an der Karibikküste, etwa fünf Stunden östlich von Cartagena und in der Nähe von Santa Marta. Blöderweise hatten wir bei der Reiseplanung nicht gewusst, dass der Park dieses Jahr den ganzen Februar hindurch geschlossen blieb. Grund dafür war, dass die Bevölkerung die Regierung darum gebeten hatte, damit sich die Natur wieder etwas regenerieren konnte. Deswegen mussten wir relativ spontan nach einem Ersatzprogramm Ausschau halten. Da wir jedoch schon einen Rückflug ab Santa Marta nach Bogotà gebucht hatten, konnten wir das Gebiet nicht gross verlassen. Glücklicherweise stiess Patrick bei einer seiner unzähligen Recherchen im Internet auf günstige Tauchmöglichkeiten in Taganga, einem Ort nur gerade einen Steinwurf von Santa Marta entfernt. Somit war das Ersatzprogramm gefunden und wir buchten bei Dive Taganga von Reto Müller, einem Tauchlehrer aus der Schweiz, den 2-tägigen „Advanced Open Water Diver“ (AOWD) Kurs. (Fotokredit: Reto Müller)

Wieder einmal unter Wasser

Schon über ein halbes Jahr war vergangen, seit wir auf Hawaii zum letzten Mal tauchen gewesen waren. Wir freuten uns deswegen sehr auf diese eher unerwartete Gelegenheit. Der Kurs umfasste insgesamt fünf Tauchgänge, die alle eine bestimmte Fertigkeit trainierten. Der Kurs mit Reto war sehr gut organisiert und unterhaltsam. Und natürlich war es auch angenehm, die Anweisungen auf Schweizerdeutsch zu hören. 😉 Obwohl wir unter Wasser die meiste Zeit mit dem Programm und den Übungen des Kurses beschäftigt waren, blieb immer auch noch ein wenig Zeit, um die Unterwasserwelt zu betrachten. Dabei entdeckten wir ein paar interessante Lebewesen, die wir zuvor noch nie gesehen hatten. Ein grosses Dankeschön an dieser Stelle nochmals an Reto, dessen Tauchschule wir euch wirklich sehr empfehlen können!

Ein Eigelb 30 Meter unter Wasser. Der Druck ist so hoch, dass es kompakt bleibt.

So endeten unsere drei Wochen in Kolumbien mit einem schönen Abschluss in Taganga. Wie in praktisch jedem Land, das wir bisher bereist hatten, hätten wir auch in Kolumbien gerne noch mehr gesehen. Vor allem die Natur kam aus unserer Sicht etwas zu kurz, da wir hauptsächlich in grösseren Ortschaften unterwegs gewesen waren. Aber eben, man kann nicht alles haben, und wir freuen uns jetzt auch bereits schon sehr auf das nächste Land auf unserer Reiseroute: Mexiko!

 

An der Karibikküste Kolumbiens

2 thoughts on “An der Karibikküste Kolumbiens

  • 04/03/2019 at 12:22
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    So schön von euch zu lesen und die Fotos zu betrachten! 🙂 Die Bilder vom Sonnenuntergang → traumhaft!!! 😉
    Wir wünschen euch weiterhin eine tolle Reise, super Eindrücke und freuen uns aufs Wiedersehen.

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    • 05/03/2019 at 01:26
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      Herzlichen Dank ihr Lieben! Der Sonnenuntergang war echt traumhaft, da waren wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort 😉 Wir freuen uns auch schon sehr auf unser baldiges Wiedersehen und wünschen euch bis dahin alles Liebe und Gute!

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