Immer noch völlig überwältigt von den Eindrücken des Inka Trails und des Besuchs auf dem Machu Picchu, kehrten wir für anfänglich zwei Nächte nach Cusco zurück. Ein Programm hatten wir noch keines. Wir wollten zuerst einmal ein bisschen ausspannen und uns vielleicht eine schöne Massage gönnen. Doch die Rückkehr nach Cusco sollte komplett anders verlaufen, als wir uns dies zunächst vorgestellt hatten.

Zwangspause im Krankenhaus

Nach über dreizehn Monaten auf unserer Weltreise war es nämlich wieder einmal Zeit für eine Premiere: wir wurden ins Krankenhaus eingeliefert! Doch was war passiert? Schon im letzten Blog hatten wir erwähnt, dass sich Patrick’s Schwester Tina und Patrick selber kurz vor dem Start des Inka Trails nicht besonders wohl gefühlt hatten. Doch weil wir den Inka Trail unbedingt machen wollten, pumpten wir die beiden mit Medikamenten voll. Zum Glück fühlten sie sich dann auch einiges besser, sodass wir den Inka Trail frohen Mutes in Angriff nahmen und ihn erfolgreich zu Ende bringen konnten. Als wir jedoch zurück in Cusco waren, ging es den beiden immer noch nicht komplett gut. Auch Daniel war nicht hundertprozentig fit und Andrea hatte in den Wochen zuvor immer mal wieder gesundheitliche Probleme gehabt. Deswegen entschieden wir, uns in Cusco von einer deutschen Ärztin untersuchen zu lassen. Und das war eine gute Idee, denn das Resultat war leider nicht allzu erfreulich: wir alle hatten uns ein paar üble Sachen eingefangen und mussten für zwei (Patrick und Andrea), respektive sogar drei Nächte (Tina und Daniel) im Krankenhaus bleiben. Jeder bekam eine Infusion und zusätzliche Medikamente, die uns schnell wieder auf den Damm bringen sollten. Zu viert konnten wir nun also mit unseren Infusionsständern auf den Fluren des Krankenhauses ein paar Wettrennen machen. 🙂

Fast wie im Hotel

Die verordnete Zwangspause im Krankenhaus war zwar nicht sonderlich toll, aber es hätte uns wohl noch viel schlimmer treffen können. Immerhin bekamen wir drei Mahlzeiten am Tag (natürlich Schonkost! 😉 ), hatten ein angenehmes Bett zum Schlafen und sogar einen grossen Fernseher im Zimmer. Auch Internet gab es, das zwar nur die Hälfte der Zeit funktionierte, aber besser als nichts. Deswegen konnten wir schon bald über die ganze Situation lachen und waren vor allem froh, dass wir uns hatten untersuchen lassen. Denn glücklicherweise ging es uns allen bald wieder besser. Ausgerüstet mit weiteren Medikamenten für die nächsten Tage, konnten wir etwas später als geplant die Weiterreise nach Arequipa antreten.

Eine echte Mumie aus dem Eis

Ein Nachtbus brachte uns in den Süden von Peru. Nach Arequipa fuhren wir hauptsächlich, um eine 2-tägige Tour in den Colca Canyon zu machen. Beim Colca Canyon handelt es sich um den zweittiefsten Canyon der Welt. Bevor die Tour losging, erkundeten wir noch ein bisschen den hübschen Ort Arequipa. Wie überall in Peru findet man auch in Arequipa einen Plaza de Armas mit einer schönen Kathedrale. Eine weitere Attraktion ist das Museo Santuarios Andinos, in welchem man Juanita, das Mädchen aus dem Eis, besichtigen kann. 1995 wurde Juanita, ein Inkamädchen, von einer Forschergruppe auf dem Gipfel des Vulkans Ampato gefunden. Man nimmt an, dass es dort oben den Göttern geopfert wurde. Heutzutage kann man die Mumie von Juanita zusammen mit einigen anderen Gegenständen, die auf dem Vulkan gefunden wurden, im Museum von Arequipa besuchen.

El cóndor pasa

Am nächsten Tag hiess es wieder einmal früh aufstehen. Bereits kurz nach drei Uhr wurden wir für die Tour in den Colca Canyon abgeholt. Wären unsere Sitzplätze im Bus nicht so unbequem gewesen, hätten wir auf der Fahrt zum ersten Stopp noch etwas Schlaf nachholen können. Denn es ging über drei Stunden, bis wir das Haus erreicht hatten, wo ein kleines Frühstück auf uns wartete. Von dort ging es weiter zum Cruz del Condor, einem Aussichtspunkt, der uns einen tollen Blick in den Colca Canyon bot. Ausserdem konnten wir von dort aus auch Kondore beobachten, die ihre Kreise über dem Tal zogen. Keine zehn Minuten später hatten wir dann unser Ziel erreicht. Vom Ort Cabanconde aus startete unsere Wanderung in den Colca Canyon hinein. Bis zum Mittagessen liefen wir hauptsächlich den Berg hinunter, bis wir den Talboden erreicht hatten. Das waren über 1000 Höhenmeter, die zwar nicht sehr anstrengend waren, aber mit der Zeit doch ziemlich unsere Knie belasteten. Das zweite Wegstück am Nachmittag führte uns dann ein gutes Stück dem Tal entlang bis zu einer Oase, wo wir übernachteten.

 

Ohne Frühstück den Berg hinauf

Auch am zweiten Tag starteten wir noch vor Sonnenaufgang. Wir hatten leider ein etwas unschönes Wegstück vor uns, denn nun mussten wir die 1000 Höhenmeter, die wir am Tag zuvor ins Tal hinabgelaufen waren, wieder hinauflaufen. Wenig begeistert und vor allem hungrig machten wir uns auf den Weg. Mit einem leeren Magen liess es sich nicht ganz so gut wandern, da unsere Energietanks nicht gross gefüllt waren. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, und so kämpften wir uns irgendwie den Berg hinauf. Glücklicherweise hatten wir am Tag zuvor noch eine Banane gekauft, die uns über die Runden half. Komplett durchgeschwitzt erreichten wir nach rund drei Stunden den Gipfel. Das Frühstück in einem kleinen Café konnte sich immerhin sehen lassen. Das war auch dringend nötig, denn wir alle hatten einen Bärenhunger.

Durchzogenes Fazit der Tour

Die restliche Tour führte uns zu weiteren Aussichtspunkten und durch einige kleinere Dörfer, bis wir gegen Abend wieder in Arequipa eintrafen. Unser Fazit zur Tour fiel etwas gespalten aus. Die Landschaft rund um den Colca Canyon war definitiv sehenswert und wir hatten uns sehr darüber gefreut, ein paar Kondore zu sehen. Die Wanderung hingegen fanden wir alle nicht sonderlich toll. Einmal den Berg hinunter und einmal wieder den Berg hinauf, das war wenig berauschend. Auch die Unterkunft in der Oase bewegte sich auf einem ziemlich tiefen Niveau. Da hätten wir für den Preis, den wir bezahlt hatten, schon ein bisschen etwas Besseres erwartet… Zurück in Arequipa gönnten wir uns deswegen noch eine extrem leckere Pizza zum Abendessen, als kleine Entschädigung für die Strapazen, die wir an diesem Tag in den frühen Morgenstunden hatten erdulden müssen.

    

Bei den Uros auf den Schilfinseln

Mit dem Aufenthalt in Arequipa und der Tour in den Colca Canyon neigte sich unsere Reise durch Peru schon bald dem Ende zu. Mit dem Busunternehmen Peru Hop fuhren wir zum Abschluss noch nach Puno. Der Ort liegt am Titicacasee, welches der höchste navigierbare See der Welt ist und einen Teil der Grenze zwischen Peru und Bolivien ausmacht. In Puno blieben wir allerdings nur für eine Nacht. Dies reichte, um einen kurzen und sehr touristischen Ausflug auf den See zu machen. Dort wohnen die Uros auf ihren Schilfinseln. Heutzutage scheint ihr Alltag allerdings nicht mehr gross auf Beschäftigungen wie Fischen ausgerichtet zu sein, sondern auf die Touristen, denen sie möglichst viele Souvenirs verkaufen wollen. Da wir jedoch vorgewarnt worden waren, wussten wir ein wenig, was wir zu erwarten hatten. Und die Häuser auf den Inseln sind wenigstens immer noch überwiegend aus Schilf gemacht. Die Solarpanels hingegen wirkten ziemlich fehl am Platz, obwohl wir verstehen können, dass der technische Fortschritt auch vor den Uros nicht Halt macht.

 

Tschüss Peru – hallo Bolivien!

Nach diesem kurzen Aufenthalt in Puno brachte uns der Bus am nächsten Tag an die Grenze nach Bolivien. Der Grenzübertritt ging zum Glück relativ einfach vonstatten. Wir mussten nur ein Formular ausfüllen, das den Grenzbeamten allerdings wenig interessierte. Schnell hatten wir den Stempel im Pass und konnten die Reise fortsetzen. Ziel war La Paz, die grösste Stadt Boliviens, wo wir nun die nächsten paar Tage bleiben werden. Wir sind gespannt, was das neue Land so alles zu bieten hat und freuen uns auf neue Erlebnisse. Etwas traurig sind wir allerdings auch, denn in La Paz werden wir uns nach über drei Wochen wieder von Patrick’s Schwester Tina und ihrem Freund Daniel verabschieden müssen… 🙁

Abschluss in Peru mit einigen Hochs und Tiefs
Tagged on:                                                                         

2 thoughts on “Abschluss in Peru mit einigen Hochs und Tiefs

  • 07/12/2018 at 23:43
    Permalink

    Hoi zäme.
    Wieder mal muss ich euch ein Kränzchen winden für die tollen Reiseberichte. Ich lese sie immer mit viel Interesse. Ich wünsche euch weiterhin viel Freude bei all euren Aktivitäten.
    Herzliche Grüße Hanne und Peter

    Reply
    • 09/12/2018 at 00:32
      Permalink

      Vielen herzlichen Dank liebe Hanne. Wir freuen uns riesig, solche Komplimente zu bekommen! Das motiviert enorm, um weitere Berichte zu verfassen. Ganz liebe Grüsse aus Argentinien, Andrea und Patrick

      Reply

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.